USA setzen Waffenlieferungen an die Ukraine überraschend aus
Die nächtlichen Angriffe auf die Ukraine nehmen kein Ende, doch nun erschweren neue Entwicklungen aus den Vereinigten Staaten die ohnehin angespannte Lage noch weiter. Die US-Regierung hat beschlossen, einige zuvor zugesagte Waffenlieferungen an das von russischen Angriffen heimgesuchte Land vorerst zu stoppen. Besonders betroffen sind Raketen und Munition, die Kiew dringend für seine Verteidigungsanstrengungen benötigt.
Die Angriffe aus Russland erfolgen mit intensiver Regelmäßigkeit: 114 Drohnen und mehrere Raketen des S-300-Systems zielten zuletzt auf die ukrainischen Regionen Charkiw, Cherson, Dnipropetrowsk und Donezk. Die russische Strategie scheint darauf abzuzielen, die ukrainische Flugabwehr zu überlasten, sodass an mehreren Orten gleichzeitig nicht ausreichend Abwehrmaßnahmen getroffen werden können. Besonders brisant ist in diesem Kontext die Nachricht aus den USA: Laut Berichten von "Politico" und NBC News wurden die Waffenlieferungen aus Sorge um die eigenen Bestände gestoppt.
Das Pentagon hatte zuvor eine umfassende Bestandsaufnahme durchgeführt, um die Verteidigungsfähigkeit der USA im Blick zu behalten, was nun zu dieser Entscheidung führte. Inmitten dieser schwierigen Situation kommen Kiew die Dutzenden von Patriot-Abwehrraketen, deren Lieferung nun aufgeschoben wird, abhanden. Dies geschieht, obwohl die ehemalige Administration unter Joe Biden die Zusage für diese Systeme gemacht hatte.
Versuche des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, im Gespräch mit Donald Trump zusätzliche Patriot-Systeme zu erwerben, blieben erfolglos. Die USA führten an, selbst nicht genügend dieser defensiven Mittel zu besitzen. Europa – und insbesondere Deutschland – tritt nun verstärkt in den Vordergrund, um die Lücke zu schließen.
Informationen des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel deuten darauf hin, dass die Europäer die USA in Sachen Militärhilfe bereits überholt haben. Deutschland spielt eine Schlüsselrolle hierbei und hat eigene Systeme wie Iris-T und Gepard-Panzer an die Ukraine geliefert, die sich im Stadtbereich bereits bewährt haben. Doch bleibt die Abwehr von ballistischen Raketen weiterhin die Domäne der derzeit knappen Patriot-Systeme.
Die Entscheidung aus Washington führte zur Einbestellung von John Ginkel, dem stellvertretenden US-Botschafter, ins ukrainische Außenministerium. Die Vizeaußenministerin Marjana Beza warnte eindringlich vor den Konsequenzen weiterer Verzögerungen. In Russland hingegen zeigte man sich erleichtert und zuversichtlich, dass die Entscheidung zur Beschleunigung der eigenen Ziele beitragen könnte.

