USA in direktem Dialog mit Hamas: Ein diplomatisches Novum
Die US-Regierung hat überraschend bekannt gegeben, dass sie erstmals direkte Gespräche mit der islamistischen Hamas führt. Der zuständige US-Sondergesandte, wie aus US-Medien verlautet, ist Adam Boehler, der sich auf Geiselfragen spezialisiert hat. Laut der US-Sprecherin Karoline Leavitt ist der Gesandte autorisiert, mit beliebigen Gesprächspartnern zu interagieren, was einen bemerkenswerten Kurswechsel der USA darstellt, die traditionell keinen direkten Dialog mit der Hamas gesucht hatten.
Israel, so Leavitt weiter, wurde in diese Gespräche einbezogen, jedoch bleiben konkrete Inhalte der Verhandlungen unter Verschluss. Präsident Donald Trump ist in diesen Dialogprozessen der Überzeugung, dass Dialoge mit verschiedenen Parteien weltweit generell im Interesse der Vereinigten Staaten liegen.
Vom Büro des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanjahu gab es eine offizielle Mitteilung, dass die USA über Israels Standpunkt hinsichtlich der Gespräche in Kenntnis gesetzt wurden. Es fehlen jedoch weitere Details zur Reaktion und Stellung Israels in dieser komplexen diplomatischen Thematik.
Insider der Hamas bestätigten der Deutschen Presse-Agentur, dass derzeit Gespräche mit der US-Regierung über amerikanische Geiseln und eine möglicherweise umfassendere Friedensvereinbarung zur Beendigung des Gaza-Konflikts stattfinden. Eine Einigung steht allerdings noch aus. Zuvor gab es keinerlei offizielle US-Kontakte zur Hamas, einer Gruppe, die in den USA als Terrororganisation eingestuft wird.
Das US-Nachrichtenportal "Axios" hatte zuerst über die Gespräche berichtet und angegeben, dass Adam Boehler in den letzten Wochen in Doha mit Vertretern der Hamas in Kontakt stand.

