Kritik an David Sacks' 130-tägiger Amtszeit: "Der Raum sieht genauso aus"

Der Rücktritt von David Sacks als US-Regierungsbeauftragter für künstliche Intelligenz (KI) und Kryptowährungen hat in der Branche für Aufsehen gesorgt. Mehrere Marktkommentatoren kritisierten das Fehlen konkreter regulatorischer Ergebnisse während seiner Amtszeit.
Sacks war 130 Tage im Amt, der maximalen Dauer, die für eine solche Rolle als Sonderregierungsangestellter erlaubt ist. Er trat zurück, ohne dass umfassende Krypto-Gesetzgebung verabschiedet wurde. Beispielsweise sind Vorschläge wie der Clarity Act weiterhin im Kongress anhängig, während kein formaler Regulierungsrahmen für KI-Unternehmen eingeführt wurde.
In derselben Zeit erlebte Bitcoin starke Korrekturen, nachdem es zuvor einen Anstieg gegeben hatte, der mit Sacks' Ernennung und den Erwartungen an klarere institutionelle Wege zusammenfiel.
Ausstehende KI-Rahmenwerke und stockender Clarity Act
Besonders in krypto-fokussierten Kommentarkanälen wurde die Lücke zwischen den anfänglichen Erwartungen und den tatsächlichen politischen Ergebnissen hervorgehoben. Der pseudonyme Marktkommentator "Tuki" beschrieb die 130-tägige Amtszeit als eine Phase mit begrenztem sichtbaren Fortschritt in Bezug auf Krypto- und KI-Politik. Die erwartete regulatorische Klarheit blieb aus.
Die Kritik rührt daher, dass Sacks' Rolle mit hohen Erwartungen verbunden war, da er seit Beginn von Donald Trumps zweiter Amtszeit eine bedeutende Figur im Weißen Haus war. Als langjähriger Unternehmer und Investor im Silicon Valley ist er Partner bei Craft Ventures, der Firma, die er 2017 mitbegründete. Der Übergang von einer hochrangigen Position im Weißen Haus zu einer Rolle im Präsidentenrat für Wissenschaft und Technologie (PCAST) wird in diesen Diskussionen als Wechsel von direktem politischem Einfluss zu einer beratenden Funktion gesehen.
Sacks hat bestätigt, dass er weiterhin zur Technologiepolitik durch PCAST beitragen wird, ein föderales Beratungsgremium, das evidenzbasierte Empfehlungen zu Wissenschaft, Innovation und neuen Technologien gibt. In öffentlichen Äußerungen erklärte er, dass die neue Position ihm ermöglichen würde, sich mit einem breiteren Spektrum an Technologiefragen über Krypto und KI hinaus zu beschäftigen, während er die kürzlich eingeführten KI-Rahmenwerke der Regierung weiterhin unterstützt. Während er den Übergang kritisierte, twitterte Tuki:
"the adults were in the room.. for 130 days.. and the room looks exactly the same as when they walked in.. Silicon Valley's most connected man got the most powerful tech policy role in the country.. and the biggest thing he shipped was a title."
Maßnahmen während der Amtszeit
Obwohl seine kurze Amtszeit umstritten bleibt, leitete Sacks mehrere frühe Initiativen zu digitalen Vermögenswerten. Dazu gehörte ein Exekutivbefehl, der die Entwicklung einer digitalen Zentralbankwährung verbot, sowie die Einrichtung einer Arbeitsgruppe im Weißen Haus zur Koordinierung der Krypto-Politik.
Die Regierung startete zudem eine strategische Bitcoin-Reserve und einen nationalen digitalen Vermögensbestand. Zu den legislativen Fortschritten gehörte die Verabschiedung des GENIUS Act im Juli 2025, der den ersten föderalen Rahmen für Stablecoins mit parteiübergreifender Unterstützung schuf.
Auch die Regulierungsbehörden änderten ihren Ansatz. Während seiner Amtszeit wurden mehrere SEC-Untersuchungen eingestellt, und Führungswechsel deuteten auf eine industriefreundlichere Haltung hin. Eine der am meisten diskutierten Maßnahmen war die Einstellung der Finanzierung des Consumer Financial Protection Bureau, die Sacks als seinen "persönlichen Favoriten" bezeichnete.

