Angeschaut und ausprobiert

Nothing Phone (4a) Pro im Test: Das Space Age als Smartphone

27. März 2026, 13:13 Uhr · Quelle: dpa
Eine Frau hält das Nothing Phone (4a) Pro
Foto: Nico Tapia/dpa-tmn
Ein spaciger Block Aluminium. Das Metallgehäuse des Nothing (4a) Pro ist aus einem Stück gefräst.
Ein Smartphone im Look einer retro-futuristischen Raumkapsel? Kein Problem! Und auch beim Preis überrascht Nischen-Hersteller Nothing mit seinem neuesten Werk. Die Konkurrenz ist allerdings hart.

Berlin (dpa/tmn) - Dieser Look - irgendwo zwischen Apollo-Raumkapsel, Airstream-Wohnwagen und Großküche, mit einem Touch iPhone 17 Pro. Unweigerlich denkt man an die goldene Zeit der Raumfahrt und die Aufbruchstimmung der 1960er Jahre. Das muss man Nothing erst einmal nachmachen. Kein anderer Hersteller baut aktuell derart unverwechselbare Android-Smartphones. Und das hier schreit geradezu Space Age. 

Allen Design-Finessen zum Trotz findet man beim kryptisch Phone (4a) Pro genannten 6,8-Zoll-Smartphone zu Preisen ab rund 480 Euro im Inneren eher Solides. Ein Snapdragon 7 der 4. Generation, 8 oder 12 GB Arbeitsspeicher und 128 oder 256 GB UFS-Speicher. Ein Kameratrio mit Telelinse (später mehr), WLAN 6 und 5080 Milliamperestunden Akku. Dual-SIM kann es auch, mit einer Chipkarte und einer eSIM.

Das AMOLED-Display ist schön hell, hat adaptive Bildwiederholraten und eine schön scharfe Darstellung. Für das auf Android 16 basierende Nothing OS 4.1 werden drei Jahre Updates und sechs Jahre Sicherheitsupdates versprochen. 

Tatsächlich ein ziemlich rundes Paket. Einzige Enttäuschung: kein kabelloses Laden.

Eine Kamera für Weltraumträume und den Social Media Feed

Neben dem angenehm aufgeräumten und flotten Betriebssystem - hier setzt Nothing sich echt von überfrachteten oder generischen Androids von Samsung, Xiaomi und Co. ab - liegt großer Fokus auf der Kamera. 

Das Trio erfreut mit schnellen, scharfen und recht farbechten Fotos. Ein Highlight in dieser Preisklasse: die Zoomkamera mit 3,5-facher optischer Vergrößerung. Mit ihr kann man schön nah rangehen, der bis zu 140-fache KI-unterstützte Zoom ist nett, aber jenseits von 20-fachem Zoom eigentlich eine unnütze Spielerei. 

In der Kamera-App finden sich noch allerlei nützliche Spielereien wie Farbprofile, Filter und Effekte. Die kann man zum Teil auch als Widgets auf dem Homescreen anlegen und schießt dann per Fingertipper zum Beispiel immer Fotos mit simulierten 48 Millimetern Brennweite in der Farbeinstellung Cold Retro Future. Das Phone (4a) Pro ist also nicht nur für das Space Age, sondern auch für das Social Media Age gerüstet.

Wo man dann die Mittelklasse doch bemerkt: beim Tempo. Der Wechsel zwischen den Kameras dauert manchmal eine Gedenksekunde, genauso die Nachbearbeitung. Auch bei wenig Licht nimmt die Bildqualität im Detail ab. 

Viele kleine helle Punkte und ein Akku für die Mittelstrecke

Neben der Kamera thront prominent die Glyph Matrix. Das ist eine runde Ansammlung von LED-Punkten, die es zuerst beim Nothing Phone (3) gab. Sie ist nun größer, hat aber gleichzeitig weniger Punkte. Sie dient als Zusatzdisplay für die Uhrzeit, für Anrufeffekte und optische Signale. Beispiel: individuelle Symbole für Anrufer - ein Herz für den Herzensmensch gefällig? Insgesamt ein nettes Detail, aber ganz persönlich kein Kaufgrund.

Wo es beim (4a) Pro etwas klemmt, ist der Akku. Der ist zwar zahlenmäßig groß und soll dank Silizium-Karbontechnik auch nach 3 Jahren Dauernutzung noch 90 Prozent Kapazität haben. Im Alltag bringt er das große und mit 210 Gramm recht schwere Telefon aber mal so gerade eben über den Tag. Da sind manch dünnere Androiden besser unterwegs. Geladen wird mit 50 Watt per Kabel - das Raumkapselgehäuse aus Aluminium schließt drahtloses Laden aus. 

Die Konkurrenz ist stark - sogar im eigenen Haus

Beim Thema Geschmack ist Streit häufig, aber immer sinnlos. Vom Design her macht dem Phone (4a) Pro subjektiv momentan kaum einer was vor. Es ist einfach schön. Und mehr als nur manchmal reicht das ja schon als Kaufgrund. 

479 Euro kostet der Einstieg in die Smartphone-Raumkapsel mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher. 549 Euro kostet die Version mit 12 GB RAM und 256 GB Speicher - hier schlägt auch die aktuelle Speicherkrise ein. Im Vergleich zum Vorgänger sind das knapp 90 Euro mehr.

Doch die Wahrheit ist auch: Mit dem Nothing Phone (4a) ohne Pro kommt starke Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Es hat ein ähnliches Display, gleiche Akkukapazität und fast ähnliche Leistung und sogar die 3,5-fach-Zoomkamera. Und es kostet rund 120 Euro weniger. Allerdings hat es nicht das elegante Alu-Gehäuse und diesen futuristischen Look. Es setzt auf den Nothing-Look mit weiß, grau und vielen Formen und Linien, hat aber einen Leuchtstreifen statt der Glyph Matrix. 

Und dann tummeln sich in der 400-bis-550-Euro-Sparte noch andere starke Geräte. Samsung hat jüngst seine neue A-Reihe angekündigt, Motorola hat mit dem Edge 70 Fusion ein starkes Gerät platziert. Xiaomi und Co sind in dem Segment mit der aktuellen 15er-Reihe von Xiaomi und Redmi ebenfalls stark vertreten - um nur mal einige zu nennen.

Smartphones / Android / Nothing / Test / Technik / Fotografie / Design
27.03.2026 · 13:13 Uhr
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