US-Sondergesandter Witkoff trifft Netanjahu: Spannungen am Verhandlungshorizont
In einem politisch angespannten Umfeld traf der US-Sondergesandte Steve Witkoff in Israel auf den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Dieser machte deutlich, dass die israelische Regierung dem Iran grundsätzlich misstraue und dessen Zusagen als unzuverlässig erachte. Auf israelischer Seite nahmen auch Verteidigungsminister Israel Katz, Generalstabschef Ejal Zamir und Mossad-Chef David Barnea an den strategischen Beratungen teil. Das bevorstehende Treffen von Witkoff mit iranischen Vertretern in Istanbul wirft seine Schatten voraus. Berichte legen nahe, dass Israel wenig Hoffnung auf Verhandlungserfolge zwischen Washington und Teheran hegt. Kritisch wird insbesondere die Möglichkeit betrachtet, dass sich die Vereinigten Staaten mit Teherans Zugeständnissen im Atomprogramm zufriedengeben könnten, während andere brisante Themen, wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung militanter Gruppen, außen vor bleiben.
US-Präsident Donald Trump hat indes mehrfach mit militärischen Maßnahmen gegen den Iran gedroht, was auf die massiven Repressionen gegen Demonstranten im Land zurückgeht. Tausende Todesfälle sollen dabei die Folge gewesen sein. Der Iran hat im Gegenzug mit Vergeltung gegen Israel und die USA gedroht, woraufhin das US-Militär seine Präsenz in der Region verstärkt hat. Dennoch bekräftigte die US-Regierung die Fortführung der Verhandlungen.
In den Medien wird die US-Strategie als eine "Kanonenboot-Diplomatie" beschrieben, wobei militärische Stärke demonstriert wird, um politische Ziele durchzusetzen. Diese Linie verfolgt die Trump-Administration mit der Absicht, maximalen wirtschaftlichen Druck aufzubauen und parallel eine militärische Abschreckung aufrechtzuerhalten, sollte die Diplomatie nicht zum gewünschten Ergebnis führen.

