U.S.-Finanzbranche steht vor Hürden durch neue H-1B-Gebühren
Die jüngste Neugestaltung des H-1B-Visaprogramms durch die Trump-Administration könnte erhebliche Auswirkungen auf die Finanzbranche haben, insbesondere durch die Einführung einer neuen Gebühr von 100.000 Dollar, die die Personalbeschaffung erschweren könnte. Obwohl Finanzinstitute führende Nutzer der H-1B-Visa sind, wird ihre Nutzung von großen Tech-Unternehmen übertroffen.
Allein 2025 erhielten die zehn führenden US-Finanzinstitute etwa 12.000 H-1B-Visa, wobei JPMorgan mit 2.440 die meisten dieser Visa in Anspruch nahm. Einer Analyse zufolge sind Banken stärker durch die neuen Kosten belastet als Technologiefirmen, die oft über hohe Profitabilität verfügen, die ihnen Puffer bietet.
Diese Visainhaber nehmen wichtige Rollen in der Finanzbranche ein, indem sie quantitative Modelle entwickeln, algorithmischen Handel und Risikomanagement vorantreiben sowie Software erstellen, so Prospect Rock Partners. Durch die neuen Gebühren wird die Einstellung von Berufseinsteigern im Technik- oder Analysebereich fast unerschwinglich, was die Banken dazu zwingen könnte, vermehrt auf Offshore-Arbeitskräfte zurückzugreifen.
JPMorgan-CEO Jamie Dimon betonte in indischen Medieninterviews, dass die Bank mit den politischen Entscheidungsträgern über diese Angelegenheit sprechen wolle, da die Ankündigung überraschend kam. Andere große Banken und Unternehmen, die H-1B-Visa nutzen, haben sich bisher nicht geäußert.
Das Ziel der Neugestaltung durch die Trump-Administration ist es, höher qualifizierte und besser bezahlte Arbeitskräfte zu bevorzugen. Dies soll den Unternehmen weniger Anreiz geben, Gehälter zu drücken, und mehr Arbeitsplätze für US-Tech-Arbeiter eröffnen.
Professionelle Dienstleistungsfirmen stehen nun vor der Herausforderung, den Anteil von Mitarbeitern mit unterschiedlichen Visa-Programmen zu bewerten und Strategien zu finden, um diese zu ersetzen. JPMorgan etwa sieht allein durch die neuen Gebühren einen deutlichen Anstieg der Personalkosten durch die Visa.
Arbeitgeber müssen nun die möglichen Kosten und Auswirkungen auf ihre US-Talentpipelines bewerten und alternative Visumoptionen erwägen. Dazu gehört auch eine beschleunigte Vergabe von Green Cards, um die anfallenden Kosten auszugleichen.

