US-Börsen vor Rückzug – Gemischte Signale dominieren den Handel
Die US-Börsen, die sich in den letzten Tagen auf Rekordhöhen bewegten, sehen sich am Donnerstag dem Anschein nach einer Korrektur gegenüber. Verschiedene Faktoren beeinflussen die Stimmung der Anleger, darunter Fortschritte im Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Entscheidung der US-Notenbank sowie aktuelle Geschäftszahlen bedeutender US-Technologieunternehmen.
Kurz vor Handelsbeginn taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial Average mit einem Minus von 0,5 Prozent bei 47.387 Punkten. Auch der Nasdaq 100 wird 0,5 Prozent schwächer gehandelt, was die Unsicherheit auf dem Markt widerspiegelt.
Das Treffen zwischen den Staatschefs Donald Trump und Xi Jinping brachte bemerkenswerte, jedoch nicht durchschlagende Fortschritte. Die vorübergehende Lockerung der chinesischen Exportkontrollen auf seltene Erden und eine Senkung der Fentanyl-Zölle um 10 Prozentpunkte sind positive Zeichen, dennoch bleibt der große Wurf im Zollstreit aus. Die Zölle waren angesichts der Fentanyl-Krise auf 20 Prozent erhöht worden.
Weiterhin beeinflusst die Nachlese der Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell die Märkte. Powell machte deutlich, dass eine weitere Zinssenkung im Dezember keinesfalls sicher sei, was die vorherigen Annahmen zahlreicher Analysten in Frage stellt.
Die Quartalsergebnisse der großen Tech-Unternehmen zeigen unterschiedliche Entwicklungen. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, überraschte mit einem um ein Drittel gestiegenen Quartalsgewinn, trotz einer EU-Milliardenstrafe. Vorbörslich stiegen Alphabets C-Aktien um beachtliche acht Prozent.
Microsoft profitierte weiter von hohen Erwartungen an KI- und Cloud-Services, doch selbst positive Analystenergebnisse ließen die Aktien um zwei Prozent fallen. Dagegen sank Metas Kurs um bemerkenswerte 9,5 Prozent, nachdem gesteigerte KI-Investitionen verkündet wurden, was Investoren offenbar überraschte.
Eine Übernahmeofferte erhitzte ebenfalls die Gemüter. Durch die Ankündigung von Novo Nordisk, Metsera zu übernehmen, um seinen Bereich mit Abnehmmedikamenten zu stärken, schossen die Anteile von Metsera um 20 Prozent nach oben. Der US-Konkurrent Pfizer besitzt eine kurze Frist, um das Angebot zu überbieten.

