US-amerikanisch-chinesisches Verteidigungstreffen: Neuer Dialog inmitten globaler Spannungen
Inmitten der Spannungen zwischen den globalen Supermächten USA und China haben die Verteidigungsminister beider Nationen die Gelegenheit genutzt, bei der bedeutenden Sicherheitskonferenz in Singapur direkt miteinander zu sprechen. Das Treffen zwischen dem chinesischen Verteidigungsminister Dong Jun und seinem US-Amtskollegen Lloyd Austin fand am Rande des berühmten Shangri-La-Dialogs statt, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. Über die Inhalte des Gesprächs wurden jedoch zunächst keine Details veröffentlicht.
Die Konferenz in der südostasiatischen Wirtschaftsmetropole, die am Freitag begann und bis Sonntag andauert, bietet eine Plattform für Hunderte von Ministern, Militärs und Experten aus aller Welt, um über die aktuellen globalen Krisenherde und Bedrohungslagen zu diskutieren. Besondere Aufmerksamkeit gilt Themen wie Künstliche Intelligenz, Cyber-Abwehr und zukünftigen Arten der Kriegsführung.
Zwischen den Verteidigungsbehörden beider Länder herrschte eine lange Funkstille, insbesondere während der Amtszeit von Dong Juns Vorgänger Li Shangfu. Die USA hatten Li mit Sanktionen belegt, was zu einer Aussetzung der Kommunikation führte. Peking setzte Li aufgrund offiziell unbekannter Gründe ab, und seit einem öffentlichen Auftritt Ende August ist er nicht mehr gesehen worden.
Nach dem Treffen zwischen dem chinesischen Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Joe Biden im vergangenen November in San Francisco nahm auch die militärische Kommunikation wieder Fahrt auf. Laut dem Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, Wu Qian, glaubt Peking, dass strategische Kommunikation auf hoher Ebene helfen kann, die Beziehungen zwischen den Militärs zu stabilisieren. China stehe einem offenen Dialog positiv gegenüber.
Jedoch bleiben erhebliche Spannungen bestehen, insbesondere im Streit um Taiwan, das von China als Teil seines Territoriums betrachtet wird. Die USA haben Taiwan im Verteidigungsfall Unterstützung zugesichert. Außerdem sind die Vereinigten Staaten mit den Philippinen verbündet, die regelmäßig Konfrontationen mit China um einige Riffe im Südchinesischen Meer erleben, die China für sich beansprucht.
Ein Highlight des Abendprogramms war die Grundsatzrede des philippinischen Präsidenten Ferdinand Marcos Jr., in der die Streitigkeiten mit China und die wiederkehrenden Zwischenfälle in dem Meeresgebiet ebenfalls thematisiert wurden.
Der Shangri-La-Dialog wird als wichtigstes sicherheitspolitisches Forum im indopazifischen Raum auf Ebene der Verteidigungsminister angesehen. Organisiert wird die Veranstaltung vom Internationalen Institut für Strategische Studien (IISS). (eulerpool-AFX)

