Unruhen in Indonesien: Proteste erreichen Bali und wecken Befürchtungen über Tourismusauswirkungen
Das Inselparadies Bali, bekannt für seine idyllischen Strände und spirituelle Kultur, ist nun ebenfalls Schauplatz der landesweiten Proteste gegen die umstrittenen Privilegien der indonesischen Abgeordneten geworden. Nachdem die Inselhauptstadt Denpasar am Wochenende durch heftige Ausschreitungen erschüttert wurde, greifen die Behörden auf die traditionellen Dorfwächter, die Pecalang, zurück, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten.
Diese kulturell bedeutsamen und hoch angesehenen Wächter sollen, gemeinsam mit anderen Sicherheitskräften, den Frieden auf Bali sicherstellen und gleichzeitig die für die Insel zentrale Tourismusbranche vor weiteren Störungen bewahren. Bereits etwa 1.000 Pecalang haben sich in Denpasar zum Appell versammelt, während weitere in ihren Dörfern stationiert bleiben. Sie betonen, dass die Gewalt durch „Außenstehende“ ausgelöst wurde und sind entschlossen, Bali sowohl spirituell als auch physisch zu verteidigen.
Im Herzen der Proteste stehen die Empörung über eine neue monatliche Wohnungszulage von umgerechnet 2.600 Euro für Abgeordnete sowie die inszenierte Zurschaustellung von Luxusleben durch Politiker in den sozialen Medien. Diese Gutscheinpolitik stößt bei der Bevölkerung auf Unverständnis und wütende Reaktionen, insbesondere da viele Indonesier mit wirtschaftlichen Herausforderungen kämpfen. Die eskalierenden Spannungen in Städten wie Jakarta führten bereits zu Plünderungen und Bränden politischer Einrichtungen.
Präsident Prabowo Subianto hat reagiert, indem er einige der Abgeordnetenvorteile zur Disposition stellte und Auslandsreisen aussetzte, während er gleichzeitig die Gewalt entschieden verurteilte. Seine Entscheidung, eine Reise nach China abzusagen, unterstreicht die ernste Lage, vor der das Land steht.

