Unruhen in Indonesien nach Erhöhung der Parlamentszulagen
VEM mit großer Anteilnahme
Wuppertal, 01.09.2025 (lifePR) - Seit dem 25. August kommt es in mehreren indonesischen Großstädten – darunter Jakarta, Makassar, Bandung, Surabaya und Medan – zu massiven Protesten. Anlass sind wachsende wirtschaftliche Frustrationen sowie Empörung über überhöhte Zulagen für Parlamentsabgeordnete. Besonders kritisiert wird ein monatliches Wohngeld in Höhe von rund 50 Millionen Rupiah (umgerechnet etwa 2.600 Euro), fast das Zehnfache des Mindestlohns.
Die Lage eskalierte, nachdem der 21-jährige Motorradtaxifahrer Affan Kurniawan während einer Demonstration in Jakarta von einem gepanzerten Polizeifahrzeug tödlich erfasst wurde.
Präsident Prabowo Subianto kündigte daraufhin die Streichung bestimmter Privilegien, darunter Wohngeld und Auslandsreisen, an. Gleichzeitig beauftragte er Polizei und Militär mit einem harten Vorgehen gegen Demonstrierende.
VEM mit großer Anteilnahme
Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit zahlreichen Mitgliedern und einem Regionalbüro in Indonesien äußert ihre große Anteilnahme an den aktuellen Ereignissen. „Wir trauern und beten für die Opfer auf beiden Seiten. Unser Gebet gilt der Stabilität des Landes, der Versöhnung und dem Frieden. Nur wenn die Unruhen, Plünderungen und Gewaltakte enden, kann ein Prozess der Heilung und des Wiederaufbaus beginnen“, erklärt Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, Generalsekretär der VEM.
Thea Hummel, Leiterin der Advocacy-Abteilung der VEM, ergänzt: „Die Proteste richten sich nicht allein gegen Privilegien der Machthaber, sondern zeigen den Wunsch der Bevölkerung, gehört zu werden. Ungleichheit und Ungerechtigkeit dürfen nicht ignoriert werden. Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht und muss geschützt werden. Wir rufen politische, religiöse und wirtschaftliche Entscheidungsträger*innen auf, zuzuhören, Gerechtigkeit vor Privilegien zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.“
Parlindungan betont: „Wir unterstützen unsere Mitgliedskirchen in Indonesien in ihrem Ruf nach Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung. Die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft müssen sich ihrer Fehler bewusst werden und bereit sein, Vergebung zu suchen. Nur so kann aus der Krise ein neuer Weg der Einheit, die seit vielen Jahren das stolze Identitätsmerkmal der indonesischen Nation gewesen ist, und gemeinsamen Menschlichkeit entstehen.“

