Umstrittene Waffenexporte: Deutsche Bevölkerung gespalten über Lieferstopp an Israel
In Deutschland sorgt eine aktuelle Umfrage für Gesprächsstoff: Eine relative Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger plädiert laut einer Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa dafür, die Waffenlieferungen an Israel angesichts des sich zuspitzenden Konflikts im Gazastreifen vorerst auszusetzen. Die Umfrage, die im Auftrag der internationalen Organisation Avaaz durchgeführt wurde, ergibt, dass 58 Prozent der Befragten einen temporären Exportstopp befürworten.
Demgegenüber stehen 22 Prozent, die diesen Vorschlag ablehnen und weiterhin auf die Einhaltung der bestehenden Rüstungsabkommen pochen. Die nicht unbeträchtliche Gruppe von 19 Prozent fühlt sich offenbar unschlüssig oder uninformiert und vermag keine Stellungnahme zu diesem heiklen Thema abzugeben.
Im politischen Berlin brodelt derweil die Diskussion. Außenminister Johann Wadephul von der CDU hat angekündigt, die deutschen Rüstungsexporte in Richtung Israel gründlich zu überprüfen. Innenminister Alexander Dobrindt aus der CSU hingegen befürwortet, die Lieferungen im zugesagten Rahmen fortzuführen.
Avaaz beschreibt sich selbst als globales Netzwerk, das bemüht ist, durch die Mobilisierung der Bevölkerung politischen Entscheidungen eine neue Richtung zu geben.

