Übernahme von Wacker Neuson durch Doosan Bobcat gescheitert
Die geplante Übernahme des Baumaschinenherstellers Wacker Neuson durch den südkoreanischen Mischkonzern Doosan Bobcat ist endgültig vom Tisch. Das Münchner Unternehmen verkündete am Donnerstagabend das Ende der Gespräche, was am folgenden Freitag für erhebliche Unruhe an der Börse sorgte. Die Aktie des Konzerns fiel im frühen Handel um beachtliche 21 Prozent zurück und notierte zuletzt bei 18,56 Euro. Damit erreichte sie das Kursniveau von Anfang Dezember, bevor das Übernahmeinteresse bekannt wurde.
Ursprünglich hatte der im SDax gelistete Konzern angekündigt, dass Doosan Bobcat rund 63 Prozent des Grundkapitals von Großaktionären erwerben wollte. Zusätzlich sahen die Pläne der Südkoreaner ein öffentliches Barangebot an alle restlichen Aktionäre vor, was zuvor zu einem bemerkenswerten Anstieg der Wacker-Aktie geführt hatte.
Ein möglicher Grund für das Scheitern könnte laut Analyst Martin Comtesse von Jefferies das gleichzeitig angestrebte Übernahmevorhaben von Doosan bezüglich des südkoreanischen Wafer-Herstellers SK Siltron sein. Obwohl momentan das operative Geschäft im Vordergrund stehe, könnten erneute Verkaufsversuche der Gründerfamilie nicht ausgeschlossen werden.
Zudem hatte Wacker Neuson aufgrund der Herausforderungen durch die schwächelnde Konjunktur und die US-Zollpolitik bereits Mitte November seinen Jahresausblick angepasst. Für 2025 wird ein Umsatz von 2,15 bis 2,25 Milliarden Euro erwartet, bei einer operativen Marge von 6,5 bis 6,8 Prozent. Im Jahr 2024 erzielte der Konzern einen Umsatz von 2,23 Milliarden Euro und eine operative Marge von 5,5 Prozent.
Mit einem breiten Produktportfolio, das von Baggern und Radladern bis zu Stampfern und Walzen reicht, ist Wacker Neuson mit Marken wie Wacker Neuson, Kramer, Weidemann und Enar am Markt vertreten. Das in München ansässige Unternehmen, das rund 6.000 Mitarbeiter beschäftigt, hat seine Ursprünge in einer 1848 gegründeten Schmiede in Dresden. Die Eigentümerstruktur ist komplex: Einzelne Aktionäre haben ihre Anteile in der Wacker Familiengesellschaft mbH (15 Prozent), der PIN Privatstiftung (26 Prozent) und der SWRW Verwaltungs-GmbH (17 Prozent) gebündelt.

