Ubisoft cancelt Project Pathfinder und weitere Assassin’s Creed Projekte – interner Kahlschlag trifft zahlreiche Titel
Die internen Umwälzungen bei Ubisoft haben deutlich tiefere Spuren hinterlassen als zunächst bekannt. Während die Streichung des Prince-of-Persia-Remakes bereits für Aufsehen sorgte, kommen nun weitere Projekte ans Licht, die dem Rotstift zum Opfer fielen. Darunter befinden sich sowohl ambitionierte neue Marken als auch Ableger etablierter Franchises, die teils bereits mehrere Jahre in Entwicklung waren. Die Enthüllungen werfen Fragen über die strategische Neuausrichtung des französischen Publishers auf und zeigen das Ausmaß der Kurskorrektur. Welche Spiele konkret betroffen sind und was dies für die Zukunft von Ubisoft bedeutet, erfährst du nachfolgend.
Koop-Shooter Project Pathfinder eingestampft
Laut Insider Gaming gehört Project Pathfinder, zuvor unter dem Arbeitstitel Project U bekannt, zu den gestrichenen Vorhaben. Der kooperative Shooter ermöglichte es Spielern, in vier unterschiedliche Heldenrollen zu schlüpfen und gegen Wellen mechanischer Gegner anzutreten. Im Februar 2024 fand ein geschlossener PC-Test statt, danach herrschte weitgehend Funkstille – weder offiziell noch inoffiziell drangen weitere Informationen durch. Offenbar entsprachen die Ergebnisse nicht den Erwartungen von Ubisoft, was letztlich zur Einstellung führte. Das Projekt sollte ursprünglich eine frische Multiplayer-Erfahrung bieten, doch anscheinend konnte es sich intern nicht durchsetzen. Die Einstellung verdeutlicht, dass selbst Titel, die bereits öffentliche Testphasen durchlaufen haben, nicht zwangsläufig den Weg zur Veröffentlichung finden.
Assassin’s-Creed-Mobilspiel und Weltkriegs-Shooter gestrichen
Zu den weiteren Streichungen zählt Assassin’s Creed Singularity, ein mobiles Spiel, das mehrere Jahre in Entwicklung war und sogar eine PC-Version vorsah. Obwohl das Projekt nie offiziell angekündigt wurde, hatte es bereits beträchtliche Ressourcen verschlungen. Ebenfalls betroffen ist Project Crest, ein Extraction-Shooter im Setting des Zweiten Weltkriegs, der offenbar nicht die gewünschten internen Qualitätsstandards erreichen konnte. Project Aether von Ubisoft Halifax wurde zwar angeblich eingestellt, soll sich jedoch mittlerweile zu einem anderen Projekt gewandelt haben – die genaue Natur dieser Transformation bleibt unklar. Die Schließung des Studios Ubisoft Halifax im Januar 2026 steht vermutlich in direktem Zusammenhang mit dieser Entscheidung. Zusätzlich wird Assassin’s Creed Rebellion, ein mobiles Strategiespiel, das sich auf die spanischen Assassinen konzentrierte und im November 2018 vollständig erschien, künftig keine weiteren Aktualisierungen mehr erhalten.
Umfassende Umstrukturierung mit erheblichen Folgen
Die Streichungen sind Teil einer umfassenden internen Neuausrichtung bei Ubisoft, die bei der Belegschaft auf erheblichen Widerstand gestoßen ist. Neben den sechs nun bekannt gewordenen Projekten hat das Unternehmen kürzlich Verzögerungen für sieben weitere Titel bestätigt, zu denen offenbar auch das Remake von Assassin’s Creed 4: Black Flag gehört. Diese weitreichenden Maßnahmen deuten darauf hin, dass Ubisoft seine Ressourcen neu priorisiert und sich auf weniger, dafür potenziell erfolgversprechendere Projekte konzentrieren möchte. Die Entscheidung, mehrjährige Entwicklungen zu beenden, unterstreicht die angespannte wirtschaftliche Lage und den Druck, profitablere Geschäftsmodelle zu verfolgen. Mitarbeiter haben die Umstrukturierung öffentlich kritisiert, und die Stimmung im Unternehmen scheint auf einem Tiefpunkt angelangt zu sein.
Silberstreif am Horizont mit Black-Flag-Remake
Trotz der zahlreichen Hiobsbotschaften gibt es zumindest einen Lichtblick: Das Remake von Assassin’s Creed 4: Black Flag soll Gerüchten zufolge im April enthüllt werden. Nach den vielen Verschiebungen und Streichungen wäre eine positive Ankündigung dringend nötig, um das angeschlagene Vertrauen der Fans wiederherzustellen. Black Flag gilt als einer der beliebtesten Ableger der Franchise und könnte mit modernisierter Technik und überarbeiteten Mechaniken neue Begeisterung entfachen. Ob Ubisoft mit dieser Enthüllung tatsächlich die Wende einleiten kann, bleibt abzuwarten. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die radikale Umstrukturierung die gewünschten Früchte trägt oder ob weitere schmerzhafte Einschnitte folgen werden.


