Trump fordert erneut personelle Veränderungen bei der Federal Reserve
US-Präsident Donald Trump intensiviert seine Bestrebungen, die Personalstruktur der US-Notenbank Federal Reserve umzugestalten. In einem deutlichen Aufruf auf seiner Plattform Truth Social forderte er den Rücktritt von Fed-Gouverneurin Lisa Cook. Diese sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, sie habe ungenaue Angaben gemacht, um günstigere Kreditkonditionen bei Immobilienkäufen zu erlangen. Diese Informationen stammen von der Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf einen Brief von Bill Pulte, einem einflussreichen Trump-Verbündeten und Chef der Bundesbehörde für Immobilienfinanzierung, an Justizministerin Pam Bondi beruft. Bisher sind jedoch keine rechtlichen Schritte eingeleitet worden.
Trump erhöht den Druck auf die Federal Reserve, um eine Reduzierung des Leitzinses zu erreichen. Besonders Fed-Chef Jerome Powell steht im Fokus seiner Kritik: Trump machte ihn abermals für die ungünstige Lage im Immobiliensektor verantwortlich. Hohe Zinsen erschweren US-Bürgern den Immobilienerwerb und belasten den Schuldendienst des Staates finanziell. Eine Zinsreduktion könnte die Konjunktur ankurbeln, birgt jedoch laut Experten die Gefahr einer steigenden Inflation, insbesondere aufgrund der noch nicht voll erfassten Effekte von Trumps eigener Zollpolitik.
Powell hält gegen den politischen Druck stand und verweist darauf, dass die Entscheidung über den Leitzins beim gesamten Zentralbankrat liegt, nicht bei ihm allein. Dennoch bleibt eine Zinssenkung in der nächsten Sitzung im September möglich, da bereits beim letzten Zinsentscheid zwei Ratsmitglieder abweichende Stimmen einbrachten. Nach dem kürzlichen Rücktritt von Adriana Kugler erfolgte die Nominierung von Trumps Wirtschaftsexperten Stephen Miran als provisorische Lösung, um die vakante Vorstandsstelle zu besetzen.

