Trader setzen weiter auf Bitcoin, aber Finanzierungsraten warnen vor Problemen

August-Handelsdaten von Binance enthüllen eine deutliche Divergenz zwischen der bullischen Stimmung bei Futures und dem tatsächlichen Abwärtstrend von Bitcoin.
Diese Lücke hebt die wachsenden Risiken eines übermäßigen Optimismus im gehebelten Handel hervor.
Marktungleichgewicht
Trotz erheblicher Rückgänge von Bitcoin im Laufe des Monats blieben die Finanzierungsraten auf Binance-Futures-Kontrakten konstant positiv. CryptoQuant stellte fest, dass die Zahl an den meisten Tagen zwischen 0,005 und 0,008 lag. Solch hohe Werte deuten darauf hin, dass Trader eine aggressive Präferenz für gehebelte Long-Positionen beibehielten, was effektiv einen Aufpreis bedeutet, um auf eine Preisrückerholung zu setzen.
Dieser bullische Bias wurde jedoch nicht von einem Aufwärtstrend im Spotpreis von Bitcoin begleitet, was Bedenken hinsichtlich einer potenziellen Loslösung der Stimmung von den Marktgrundlagen aufwirft. Zwei mögliche Ergebnisse ergeben sich aus diesem Setup. Der erste ist ein übermäßiger Optimismus, bei dem Trader den jüngsten Rückgang als vorübergehende Korrektur interpretieren und weiterhin Long-Positionen halten, trotz zunehmender Verluste und steigender Finanzierungskosten.
Das zweite Risiko ist eine zunehmende Liquidationsgefahr, da hoch gehebelte Long-Positionen bei einem anhaltenden Preisrückgang gezwungen sein können, Verkäufe abzuwickeln. Ein plötzlicher Liquidationsstrudels, im Allgemeinen als Long Squeeze bekannt, könnte den Rückgang von Bitcoin beschleunigen und für größere Instabilität im gesamten Markt sorgen.
Die Dominanz von Binance im globalen Bitcoin-Futures-Handel verstärkt sowohl den Optimismus als auch das Risiko. Infolgedessen spiegeln „erhöhte“ Finanzierungsraten auf der Krypto-Börse nicht nur die Stimmung der Trader wider, sondern beeinflussen auch die allgemeine Preisentwicklung, indem sie eine einseitige Verzerrung begünstigen. Sollte der Markt diese Optimismus nicht durch einen Rebound bestätigen, steigt das Risiko von kaskadenartigen Liquidationen, die schärfere Korrekturen herbeiführen könnten.
Diese Risiken auf dem Futures-Markt decken sich mit On-Chain-Beweisen für eine abkühlende Nachfrage.
Fragile Marktgrundlage
Über die Finanzierungsraten von Binance hinaus weist die jüngste Analyse von Glassnode auf eine Abkühlung in der Marktstruktur von Bitcoin hin, da die On-Chain-Nachfrage klare Anzeichen einer Abschwächung zeigt. Die Anzahl täglich aktiver Adressen und die Transaktionsgebühren sanken, was eine schwächere organische Netzwerknutzung widerspiegelte, selbst wenn die Transfervolumen aufgrund volatilitätsgetriebener Neuausrichtungen stiegen.
Diese Divergenz deutet darauf hin, dass während die täglichen Aktivitäten zwar nachgelassen haben, kurzzeitige spekulative Ströme weiterhin den Markt beeinflussen. Kapitalflussindikatoren haben sich ebenfalls abgeschwächt. Tatsächlich scheinen die Realized Cap-Zuflüsse sich zu verlangsamen, und der Hot Capital Share stagniert in der Nähe seiner oberen Bandbreite.
In der Zwischenzeit stieg das Verhältnis von Kurzfrist- zu Langfrist-Inhabern (STH/LTH), was auf eine moderate kurzfristige Rotation, aber eingeschränkte langfristige Überzeugung hinweist. Auch die Rentabilitätsmetriken haben sich abgeschwächt – der Anteil der im Gewinn befindlichen Versorgung sank, die Net Unrealized Profit/Loss (NUPL)-Metrik trat aus dem euphorischen Bereich zurück, und der Realized Profit/Loss näherte sich neutralen Werten.
Glassnode zieht den Schluss, dass sich die Marktsentiment von Euphorie in Richtung Fragilität verändert hat, wie durch die Abkühlung der Spot- und Derivatemomentum sowie die Absicherungsnachfrage bei Optionen und die Zurückhaltung institutioneller Investoren belegt wird. Die kommenden Wochen könnten davon abhängen, ob frische Liquidität eintritt oder die Konsolidierung vertieft wird.

