TikTok: Ein Politikkrimi um Milliardenbewertungen
In der schnelllebigen Welt der Technikdeals sorgt ein neuer TikTok-Plan für Aufsehen. Vice President JD Vance erklärte, das Geschäftsmodell, das amerikanische Unternehmen und Investoren in die Kontrolle von TikTok USA einbinden soll, auf einen Wert von 14 Milliarden US-Dollar schätzt. Doch scheint diese Bewertung erstaunlich niedrig angesetzt zu sein.
Erklärungsansätze deuten darauf hin, dass ByteDance, das chinesische Mutterunternehmen von TikTok, sich auf einen Deal einlassen könnte, bei dem es mindestens 50 Prozent der Gewinne von TikTok USA absichert. Das, obwohl es in der neuen Unternehmensstruktur nur einen Anteil von 20 Prozent hält. Diese Einnahmen könnten durch Lizenzgebühren und Gewinnverteilungen erzielt werden.
Einige Aspekte des Deals sind noch unklar, da die US-Regierung, TikTok und ByteDance noch keine endgültigen Erklärungen abgegeben haben. Wenn jedoch die Berichte korrekt sind, erklärt dies, warum die US-Regierung dieses Geschäft in die Wege geleitet hat.
Denn ein 14-Milliarden-Dollar-Preis scheint für TikTok als eine der mächtigsten Medienplattformen der USA deutlich unterbewertet. Zum Vergleich: Investoren bewerten Snap mit einem weltweiten Geschäftsumfang ebenfalls auf 14 Milliarden US-Dollar. TikToks Umsatz lag 2023 laut Financial Times bei 16 Milliarden US-Dollar allein in den USA, was deutlich über der derzeitigen Bewertung liegt.
Dennoch könnte die erzwungene Kontrolle durch amerikanische Unternehmen aufgrund eines Gesetzes von Präsident Joe Biden der Grund für diesen vermeintlichen 'Schnäppchenpreis' sein. ByteDance steht unter Druck, nicht-chinesische Eigner zu finden oder das amerikanische Geschäft aufzugeben.
Unter all diesen Umständen wird eines deutlich: Der TikTok-Deal ist weniger ein wirtschaftliches als vielmehr ein politisches Manöver. Sein Ausgang hängt davon ab, welche Perspektive man einnimmt.

