TikTok-Dilemma: Weiße Haus geht eigene Wege trotz Verbotsdebatte
In einem unerwarteten Schritt hat das Weiße Haus, trotz bestehender rechtlicher Bedenken, einen TikTok-Account eröffnet, auf dem Zusammenschnitte von öffentlichen Auftritten des Präsidenten zu sehen sind. Dies erfolgt inmitten von Diskussionen über die Sicherheitsrisiken der App, die im Besitz des chinesischen Bytedance-Konzerns ist. Die Befürchtung besteht, dass die chinesische Regierung möglicherweise Zugang zu Daten amerikanischer Nutzer erlangen oder die öffentliche Meinung in den USA manipulieren könnte. TikTok selbst weist solche Anschuldigungen entschieden zurück.
Trotz eines Gesetzes, das im letzten Jahr erlassen wurde und TikTok untersagt, in den USA aktiv zu sein, sofern der US-Geschäftsbetrieb nicht verkauft wird, hat der damalige Präsident Trump wiederholt Aufschübe gewährt. Diese Verlängerungen lagen jenseits der ursprünglich vorgesehenen 90-tägigen Frist für vielversprechende Verhandlungen über einen Verkauf. Ein solcher Deal konnte bis heute nicht realisiert werden.
Während seiner ersten Amtszeit setzte sich Trump vehement für den Verkauf von TikTok ein, scheiterte jedoch vor Gericht. In seiner zweiten Amtszeit, in der er um die Gunst der jungen Wähler buhlt, scheint die App jedoch eine nützliche Rolle zu spielen. Damit sind die Gründe für eine Kehrtwende klar: Die Plattform könnte im Wahlkampf von strategischem Nutzen sein, wodurch das Weiße Haus eine eher pragmatische Haltung gegenüber der einst kritisch betrachteten App einnimmt.

