The Elder Scrolls 6: Todd Howard gesteht – „Wir wünschen, es wäre VIEL schneller!“
Es fühlt sich an wie eine Wanderung durch die Aschewüste von Morrowind ohne Karte und Kompass: Das Warten auf The Elder Scrolls 6. Seit dem schicksalhaften Teaser auf der E3 2018 sind sieben Jahre ins Land gezogen, und die Geduld der Fans wird auf eine Zerreißprobe gestellt, die selbst Daedra-Fürsten beeindrucken würde. Nun brechen Todd Howard und sein Team das Schweigen, doch ihre Worte sind ein zweischneidiges Schwert aus Hoffnung und erneuter Vertröstung.
Der endlose Weg durch Tamriel
Todd Howard, das Gesicht von Bethesda, versichert zwar, dass die Entwicklung „wirklich gut voranschreitet“, doch der Nachsatz wiegt schwer. Das Spiel sei immer noch „weit entfernt“. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Mühlen bei Bethesda langsam mahlen, doch Howard gibt unumwunden zu: „Wir alle wünschen uns, es ginge ein bisschen schneller – oder viel schneller.“ Diese Ehrlichkeit ist erfrischend, ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Pre-Production-Phasen mittlerweile epische Ausmaße angenommen haben. Der Großteil des Studios arbeitet nun zwar aktiv an TES6, doch durch die bewährte „Overlapping“-Methode laufen Projekte oft lange parallel, bevor sie volle Fahrt aufnehmen.
Studio-Overlappung: Fluch oder Segen?
Design Director Emil Pagliarulo sprang Howard zur Seite, schlug dabei aber Töne an, die fast schon defensiv wirkten. Er betonte, dass der enorme Zeitdruck, den die Fans ausüben, intern nicht künstlich verstärkt wird. „Es läuft!“, versicherte er, verwies aber gleichzeitig auf die schiere Monumentalität moderner Open-World-Projekte. Als Paradebeispiel führte er die jüngste Verschiebung von GTA 6 an. Für ihn war dies der „klügste Schachzug“, den Rockstar machen konnte. Spiele dieser Größenordnung benötigen nicht nur Zeit zur Erschaffung, sondern auch Ewigkeiten zum Polieren und zur Fehlerbereinigung – ein Luxus, den sich Bethesda diesmal wohl zwingend leisten will, um ein zweites technisches Debakel zu vermeiden.
Die Truthahn-Analogie: Pagliarulos kulinarische Verteidigung
In einem Anflug von bildhafter Rechtfertigung stellte Pagliarulo dann die Gretchenfrage an die Community: „Was wollen die Fans wirklich? Wollen sie ein Spiel, das zu früh erscheint und ihre Erwartungen enttäuscht? Oder wollen sie den Truthahn, der lange genug im Ofen war, um köstlich zu sein?“ Es ist eine Metapher, die zwar einleuchtet, aber angesichts der seit 2018 knurrenden Mägen der Spielerschaft gewagt ist. Die Botschaft ist jedoch unmissverständlich: Dieser Braten wird erst serviert, wenn er perfekt ist – egal wie lange wir noch vor dem Ofenfenster kleben.
Gerüchteküche vs. Schweigemauer
Trotz dieser Beschwichtigungen bleiben die Fakten ernüchternd. Nach dem Ende der Vorproduktion im August 2023 und dem Eintritt in die frühe Entwicklung kursierten 2025 zwar Gerüchte über „recht spielbare“ Versionen, doch ein konkretes Release-Fenster bleibt so flüchtig wie ein Unsichtbarkeitstrank. Die Diskrepanz zwischen internem Fortschritt und öffentlicher Wahrnehmung könnte kaum größer sein.e Wege gehen könnte. Der überraschende „Shadow Drop“ des The Elder Scrolls 4: Oblivion Remastered in diesem Jahr sei so etwas wie ein Testlauf gewesen, der hervorragend funktioniert habe. Ob das sechste Kapitel der Saga ähnlich spontan erscheinen wird, bleibt zwar Spekulation, doch eines ist sicher: Bevor wir erneut nach Tamriel aufbrechen, werden wir wohl erst Vice City unsicher machen.


