Tabaksteuer als Schlüssel zur Reduzierung von Raucherquoten in Deutschland
In Deutschland werden Rufe nach einer stärkeren Erhöhung der Tabaksteuer laut, um Jugendliche vom Einstieg in den Tabakkonsum abzuhalten und Raucher zum Aufhören zu bewegen. Prof. Michael Baumann, Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), betonte bei der Eröffnung der Nationalen Krebspräventionswoche, dass die regelmäßige Anhebung der Tabaksteuer die effektivste Strategie darstellt. Er verwies auf Australien, wo die jährliche Erhöhung der Tabaksteuer um zehn Prozent den Anteil der Raucher auf zehn Prozent gesenkt habe.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken weist darauf hin, dass Rauchen in Deutschland das bedeutendste vermeidbare Gesundheitsrisiko darstellt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2023 starben rund 131.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Rauchens. Der aktuelle Tabakatlas des DKFZ zeigt, dass die Zahl der durch Rauchen verursachten Todesfälle bei Männern rückläufig ist, während sie bei Frauen steigt.
Rauchen ist für einen beträchtlichen Teil der Krebserkrankungen verantwortlich, gefolgt von kardiovaskulären und Atemwegserkrankungen. Die Hälfte davon könnte durch Rauchverzicht vermieden werden, da es gilt, dass Rauchen das größte vermeidbare Krebsrisiko darstellt. Daneben erhöht der Tabakkonsum die Risiken für eine Vielzahl anderer Krebsarten und Herzkreislauferkrankungen erheblich.
Dennoch rauchen über 28 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, wie die 'Gesundheit in Deutschland aktuell'-Befragung des Robert Koch-Instituts zeigt. Besonders bei Jugendlichen sind E-Zigaretten beliebt. Diese Produkte werden jedoch von der Deutschen Krebshilfe als problematisch angesehen, da sie trotz Werbeverboten über soziale Medien stark beworben werden und eine neue Generation Nikotinabhängiger schaffen.
Im Rahmen der Krebspräventionswoche klären das DKFZ und die Deutsche Krebsgesellschaft über die Risiken von Dampf und Rauch auf. Unter dem Hashtag #FaktenUnvernebelt werden Informationen und Experteninterviews über soziale Medien und online verbreitet.

