Syrien im Spannungsfeld: Neue Unruhen in Latakia
In Syrien spitzen sich die Spannungen zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung weiter zu, was kürzlich zu heftigen Auseinandersetzungen führte. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die ihren Sitz in London hat, berichtete von mindestens zwei Todesfällen in der Hafenstadt Latakia und zahlreichen Verletzten in den Provinzen Latakia und Tartus.
Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Sana ereignete sich ein Angriff auf ein Mitglied der Sicherheitskräfte der Regierung in Latakia, das mutmaßlich von bewaffneten Personen verübt wurde, die mit dem gestürzten Regime von Baschar al-Assad in Verbindung gebracht werden. Diese Eskalation war offenbar durch einen Aufruf des prominenten alawitischen Führers Ghasal Ghasal ausgelöst worden, der die Selbstbestimmung forderte und eine Reaktion der Alawiten hervorrief.
Als Folge fanden massive Demonstrationen im überwiegend von Alawiten bewohnten Latakia und weiteren syrischen Provinzen wie Tartus, Homs und Hama statt. Auf Plakaten war häufig die Botschaft 'Stoppt das Töten von Alawiten' zu lesen.
In diesem kontroversen Kontext beschuldigte ein ranghoher Sicherheitsvertreter Anhänger des ehemaligen Regimes, staatliche Sicherheitskräfte angegriffen zu haben. Laut dem lokalen Chef der Sicherheitskräfte in Latakia, Brigadegeneral Abdel-Asis al-Ahmad, wurden mehrere Polizeibeamte verletzt, und Einsatzfahrzeuge der Behörden erlitten erhebliche Schäden.
Seit dem Sturz von Baschar al-Assad vergangenen Dezember wird Syrien immer wieder von religiöser Gewalt erschüttert, die auch Minderheiten trifft. Obwohl die Mehrheit der syrischen Bevölkerung Sunniten sind, beheimatet das Land auch Kurden, schiitische Alawiten und weitere Minderheitengruppen. Der Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa bemühte sich um Schutzgarantien für diese Minderheiten.
Zusätzlich verschärfte sich die Lage durch einen kürzlichen Anschlag auf eine Moschee in Homs, der erste dieser Art seit Assads Sturz. Bei diesem Angriff, den das Innenministerium als Terrorakt bezeichnete, starben acht Menschen, während 18 weitere verletzt wurden. Besonders betroffen waren Mitglieder der alawitischen Gemeinschaft, die diese Moschee besuchten.

