Ausgangssperre in Latakia: Lage angespannt nach gewaltsamen Auseinandersetzungen
Inmitten von Spannungen und Unruhen hat die syrische Stadt Latakia eine Ausgangssperre verhängt. Diese Maßnahme gilt von Dienstagabend bis Mittwochmorgen, wie die dortige Sicherheitsbehörde mitteilte. Ausgenommen von der Ausgangssperre sind Notfälle sowie medizinisches Personal und Rettungskräfte, eine Regelung, die das Generalkommando der Küstenstadt bekanntgab.
Grund für die Abriegelung sind gewaltsame Auseinandersetzungen, die am Sonntag bei Protesten gegen die syrische Regierung eskalierten. Die Behörden berichteten von mindestens vier Todesopfern und mehr als 100 Verletzten. Die Situation verschärfte sich am Montagabend erneut während einer Trauerfeier, bei der abermals Proteste ausbrachen.
In einer Region, die überwiegend von Alawiten, einer schiitischen Minderheit, bewohnt wird, führte vergangenes Jahr ein politischer Umsturz zum Ende der Assad-Herrschaft und der Machtübernahme durch die Islamisten-Allianz Haiat Tahrir al-Scham (HTS). Der Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa, selbst sunnitisch, verspricht den Minderheiten zwar Schutz, doch sorgen sich viele Alawiten um ihre Sicherheit und ihre Rechte unter der neuen Regierung. Seit dem Machtwechsel berichten Beobachter von zahlreichen Fällen religiös motivierter Gewalt gegen Minderheiten in Syrien. Die jüngsten Proteste in Latakia folgten einem Aufruf des alawitischen Führers Ghasal Ghasal, der die Selbstbestimmung seiner Gemeinschaft einforderte, so die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

