Stromausfall in Berlin: Ursachen, Maßnahmen und Ermittlungen

Berlin durchlebt den schlimmsten Stromausfall seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Tausende Berliner harren ohne Strom und Heizung aus, während Bürgermeister Kai Wegner und Bernhard Büllmann, Geschäftsführer der Berlin Stromnetz, versprechen, bis Donnerstag die Versorgung wiederherzustellen. Am vierten Tag des großflächigen Blackouts sind noch immer etwa 25.500 Haushalte und 1.200 Unternehmen ohne Elektrizität.
Ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke durch eine linksextremistische Gruppierung im Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat am Samstag zunächst 45.000 Haushalte sowie 2.200 Firmen betroffen. Die Polizei ermittelt weiter und setzt auf eingegangene Hinweise sowie sichergestelltes Videomaterial. Innensenatorin Iris Spranger und Bürgermeister Wegner fordern die Übernahme der Ermittlungen durch den Generalbundesanwalt, da sie den Anschlag als terroristisch einstufen. Spekulationen über eine mögliche russische Beteiligung werden von der Polizei klar zurückgewiesen.
Zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung hat die Stadt Maßnahmen ergriffen: Betroffene können rund um die Uhr in drei Bädern duschen, während die Bundeswehr mit Notstromaggregaten und warmen Mahlzeiten aushilft. Zudem stehen Hotels zur Verfügung, deren Kosten erstattet werden, während Schulen in den betroffenen Gebieten geschlossen bleiben.
Der Netzbetreiber berichtet über Fortschritte bei den Reparaturarbeiten und liegt gut im Zeitplan. Alle 74 betroffenen Pflegeeinrichtungen sind wieder versorgt, ebenso die betroffenen S-Bahnhöfe.
Zur Sicherung der Lage hat die Polizei ihre Präsenz in den betroffenen Gebieten verstärkt, mit Unterstützung der Bundespolizei und bis zu 550 Einsatzkräften. Die Lage sei bislang bemerkenswert ruhig, so der Polizei-Vizepräsident.

