Berliner Hotels öffnen ihre Türen: Kostenübernahme für Betroffene des Stromausfalls vereinbart

Berliner Bürgerinnen und Bürger, die von dem andauernden Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt betroffen sind, dürfen aufatmen: Ab sofort werden die Kosten für gebuchte Hotelzimmer erstattet. Diese Neuigkeit verkündete der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) auf der Plattform X. Betroffene können sich in den Partnerhotels der Berliner Tourismusagentur Visit Berlin einquartieren. Bisher konnten diese Unterkünfte zwar zu Sonderkonditionen gebucht werden, mussten jedoch privat finanziert werden. Mit der neuen Regelung kann die entsprechende Hotelrechnung beim Sozialamt des Bezirks Steglitz-Zehlendorf zur Erstattung eingereicht werden.
Laut dem Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Berlin sind in den Hotels der Hauptstadt momentan ausreichend Kapazitäten vorhanden. Üblicherweise vermerken die Berliner Hotels in der ersten Januarhälfte eine Auslastung von 50 bis 65 Prozent, berichtet Hauptgeschäftsführer Gerrit Buchhorn der Deutschen Presse-Agentur. "Januar ist eine ruhige Zeit", wird festgehalten. Schon in den vergangenen Tagen hatten über 150 Hotels ein spezielles Angebot für Betroffene ermöglicht, wenngleich derzeit noch keine Zahlen zum genutzten Umfang vorliegen.
Allerdings bleibt der Beschluss nicht ohne Kritik. Werner Graf, Fraktionsvorsitzender der Grünen, warf Wegner vor, zu zögerlich gehandelt zu haben. "Kai Wegner muss erklären, warum eine Entscheidung zur Hotelunterbringung vier Tage benötigte", so Graf zur Deutschen Presse-Agentur. Insbesondere kritisierte er die unzureichende Unterstützung der Schwächsten in der Gesellschaft, die nun im Nachhinein ein Zimmer abrechnen könnten. Graf erwartet vom Bürgermeister proaktives Krisenmanagement und eine klare Kommunikation in Notlagen.
Derzeit sind rund 25.000 Haushalte aufgrund eines Brandanschlags auf eine Kabelbrücke durch eine linksextremistische Gruppierung weiterhin ohne Strom. Am Samstag waren ursprünglich 45.000 Haushalte und 2.200 Unternehmen betroffen. Es wird noch einige Tage dauern, bis alle Wohnungen wieder versorgt sind, was bedeutet, dass viele Menschen in ihren unbeheizten und dunklen Wohnungen oder in Notunterkünften ausharren müssen – es sei denn, sie nutzen die Möglichkeit zur Hotelunterbringung.

