Streikwelle und Protestaktionen in Israel: Solidarität mit Geiseln im Gazastreifen
In Israel manifestierte sich eine Welle des Protests und der Solidarität mit den Geiseln, die seit fast zwei Jahren von der Hamas im Gazastreifen festgehalten werden. Demonstrationen führten zu Straßensperrungen, unter anderem auf einer Hauptverkehrsstraße in Tel Aviv. Die Beteiligten schwenkten israelische Nationalflaggen und spezielle gelbe Flaggen, die auf das Schicksal der Geiseln aufmerksam machen sollen.
Die Protestierenden forderten ein sofortiges Ende des Konflikts im Gazastreifen sowie die Freilassung der Gefangenen. Zusätzlich verlangten sie von der Regierung eine Überprüfung ihrer militärischen Pläne, die eine Ausweitung in den Gazastreifen vorsieht. Es kam zu rund 30 Verhaftungen, während die Polizei in Jerusalem Wasserwerfer gegen die Menschenmassen einsetzte.
Ein landesweiter Streik war von der Organisation der Geiselangehörigen initiiert worden, um Druck auf die Regierung auszuüben. Viele Unternehmen und Kommunen beteiligten sich, obwohl der Gewerkschaftsverband Histadrut sich nicht offiziell anschloss. Auch kulturelle Einrichtungen in Tel Aviv setzten ein Zeichen der Unterstützung durch die Aussetzung von Aufführungen.
Die emotionalen Appelle der Angehörigen, wie der Hilferuf einer deutschen Verwandten von Alon Ohel, verdeutlichten die Dringlichkeit der Situation. Verstärkung erhielten die Proteste auch durch ehemalige Geiseln und andere betroffene Familien.
Die politische Debatte wurde durch den rechtsextremen Finanzminister Bezalel Smotrich verschärft, der die Proteste als kontraproduktiv einstufte. Vor dem Hintergrund einer geplanten Erweiterung der militärischen Operationen im Gazastreifen – bei denen bisher tausende Palästinenser ums Leben gekommen sind – bleibt die Situation angespannt. Israel bereitet sich auf mögliche Evakuierungen im Kampfgebiet vor und verhandelt weiterhin ohne messbaren Erfolg über eine Beendigung des Konflikts sowie die Freilassung der gefangenen Personen.
Staatspräsident Izchak Herzog appellierte an die internationale Gemeinschaft, mehr Druck auf die Hamas auszuüben, um Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zu bringen.

