Strategische Mission: Wadephuls Indien-Reise vor globaler Kulisse
Außenminister Johann Wadephul hat den Weg nach Indien angetreten, im Kontext der hitzigen Handels- und Zollpolitik, die US-Präsident Donald Trump verfolgt. In der technologischen Hochburg Bengaluru, gelegen in der Provinz Karnataka, stehen insbesondere wirtschaftliche Perspektiven mit einem Schwerpunkt auf Forschung, Wissenschaft und der Einwanderung von Fachkräften auf der Agenda. Bei den folgenden politischen Gesprächen in Neu-Delhi wird die Aufmerksamkeit voraussichtlich auf dem Umgang mit Russland wegen dessen militärischer Aktionen gegen die Ukraine sowie auf den Beziehungen zu China, einer politischen und wirtschaftlichen Großmacht, liegen.
Wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amts erläutert, ist Indien als die größte Demokratie der Welt für Deutschland ein unverzichtbarer Schlüsselpartner und Innovationstreiber. Die dynamische Entwicklung und Innovationskraft des Landes eröffnet bedeutende Chancen für die Diversifizierung von Handelsbeziehungen und Lieferketten, Technologiepartnerschaften und die digitale Transformation, ebenso wie für die Rekrutierung hochqualifizierter Fachkräfte.
Die strategische Dimension der Reise wird durch ein parallel stattfindendes Treffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit unterstrichen, das in der chinesischen Hafenstadt Tianjin abgehalten wird. Der Einladung von Staats- und Parteichef Xi Jinping folgten neben Russlands Präsident Wladimir Putin und Indiens Premierminister Narendra Modi auch 18 weitere Staats- und Regierungschefs. Die Organisation, ursprünglich zur Bekämpfung von Terrorismus gegründet, könnte zunehmend auch wirtschaftspolitisch an Einfluss gewinnen, was diese Zusammenkunft besonders brisant macht.

