Steigende Kosten durch Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen
Ein wachsendes Problem
Die Zahl der Drohnensichtungen an deutschen Flughäfen nimmt alarmierend zu, was erhebliche Kosten für die Luftfahrtbranche verursacht. Im vergangenen Jahr wurden 226 Vorfälle registriert, wie eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt. Von diesen Vorfällen führten 116 zu Voll- und Teilsperrungen an 25 Flughäfen, was die Kosten für den Luftverkehr auf geschätzte 60 Millionen Euro ansteigen ließ. Berücksichtigt man die Folgekosten, die durch Verzögerungen, gestörte Umläufe und Flugannullierungen entstehen, summiert sich der wirtschaftliche Schaden auf bis zu 160 Millionen Euro.
Beträchtliche Folgewirkungen
Florian Linke, kommissarischer Direktor des DLR-Instituts für Luftverkehr, weist darauf hin, dass bereits kurze Störungen im hochvernetzten Luftverkehrssystem signifikante Folgewirkungen nach sich ziehen. Insbesondere wiederholte oder längere Vorfälle führen zu einem sprunghaften Anstieg der Kosten, was die Wettbewerbsfähigkeit der Airlines und die Attraktivität des Standorts Deutschland gefährdet.
Zentrale Drehkreuze betroffen
Eine Studie zeigt, dass 70 Prozent aller Flugumleitungen aufgrund von Drohnensichtungen auf umfangreiche Störfälle an zentralen Drehkreuzen wie München und Frankfurt zurückzuführen sind. Im Oktober 2023 kam es zu mehrtägigen Einschränkungen am Flughafen München, die rund 10.000 Passagiere betrafen. Auch in Frankfurt ereignete sich im Juli 2025 ein schwerwiegender Vorfall, der die Betriebskosten weiter ansteigen ließ.
Sicherheitsrisiko und wirtschaftliche Konsequenzen
Drohnen stellen seit Jahren ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar, da sie selbst mit geringer Geschwindigkeit erhebliche Schäden an Flugzeugen verursachen können. Laut DLR gab es 2024 insgesamt 118 gemeldete Störfälle, von denen neun zur vollständigen Einstellung des Flugbetriebs führten. Die finanziellen Schäden beliefen sich auf eine halbe Million Euro, wobei große Vorfälle wie in München im Jahr 2025 ausblieben.
Auswirkungen auf Airlines und Flughäfen
Die Folgen unautorisierter Drohnenflüge sind vielfältig und reichen von Verzögerungen und Warteschleifen bis hin zu Betriebseinstellungen. Airlines müssen mit höheren Kosten durch längere Flugzeiten, erhöhten Kerosinverbrauch sowie Passagierbetreuung und Ersatzflügen rechnen. Flughäfen sind besonders betroffen, da Annullierungen zu Einnahmeausfällen bei den Entgelten führen. Das DLR forscht aktiv an Technologien zur Entdeckung und Abwehr von Drohnen, um die Sicherheit und Effizienz im Luftverkehr zu erhöhen.
Notwendigkeit präziser Kontrollen
Drohnen in der Nähe von Flughäfen werden häufig von Piloten und Tower-Lotsen gemeldet, während die Detektionssysteme der Bundespolizei zusätzliche Informationen liefern. Eine genauere Kontrolle könnte die Fallzahlen erhöhen, wobei oft unklar bleibt, wer die Drohnen steuert. Die Behörden vermuten sowohl unbedarften Hobby-Piloten als auch mögliche geheimdienstliche oder terroristische Hintergründe. Drohnenflüge sind im Umkreis von 1,5 Kilometern um Flughäfen gesetzlich verboten und können mit Haftstrafen bis zu zehn Jahren geahndet werden.

