Steigende Immobilienpreise: Bau-Turbo als Hoffnungsschimmer
Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter an, wobei der Preistrend im dritten Quartal in Folge sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Ein- und Zweifamilienhäusern verzeichnet wird. Besonders in den Ballungsräumen ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum spürbar. Ob die von der Bundesregierung initiierte Bauoffensive, der sogenannte „Bau-Turbo“, die Lage langfristig entspannen kann, bleibt abzuwarten.
Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes überstiegen die Preise für Wohnimmobilien im zweiten Quartal dieses Jahres das Vorjahresniveau um 3,2 Prozent und stiegen im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 1,1 Prozent an. Diese Entwicklung kommt nach einer Serie von Preisrückgängen im Jahr 2024, als die Preise im Jahresdurchschnitt um 1,5 Prozent sanken. Im Schlussquartal desselben Jahres legten sie jedoch um 1,9 Prozent zu und im ersten Quartal 2025 sogar um 3,5 Prozent im Vergleich zum gleichen Vorjahresquartal.
In den Top-7-Metropolen wie Berlin, Hamburg und München stiegen die Immobilienpreise für Eigentumswohnungen um 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Ein- und Zweifamilienhäuser erlebten dort einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent auf hohem Niveau. Außerhalb dieser Großstädte, in kreisfreien Großstädten sowie in ländlichen Gebieten, kletterten die Kosten für Wohnungen um bis zu 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Die Bundesregierung, die mit einem „Bau-Turbo“ gegen den Wohnraummangel vorgehen möchte, sieht sich mit Herausforderungen wie gestiegenen Baupreisen und hohen Kreditzinsen konfrontiert. Trotz eines positiven Trends bei den Baugenehmigungen, die im Juli um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr anstiegen, zeigt sich, dass Deutschland immer noch weit vom früheren Ziel der Fertigstellung von 400,000 neuen Wohnungen pro Jahr entfernt ist. Experten schätzen, dass in diesem Jahr nur 205,000 Wohnungen fertiggestellt werden.
Trotz der schwierigen Marktlage geben die jüngsten Genehmigungszahlen etwas Hoffnung. Von Januar bis Juli 2025 wurden Neubauten und Umbauten für 131,800 Wohnungen genehmigt, ein Zuwachs von 6,6 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dennoch bleibt die Erholung des Wohnungsbaus eine Herausforderung auf dem Weg, den Wohnungsmarkt zu stabilisieren.

