Steam vor Gericht: 656 Millionen Pfund Klage wegen 30 Prozent Provision zugelassen
Valve muss sich in Großbritannien vor Gericht verantworten. Das Competition Appeal Tribunal hat am 26. Januar 2026 grünes Licht für eine Sammelklage über 656 Millionen Pfund gegeben. Im Zentrum steht die Frage, ob Steam seine Marktmacht missbraucht und Preise künstlich hochhält. Rund 14 Millionen britische Spieler könnten profitieren, falls die Klage Erfolg hat. Die Klägerseite argumentiert, Valve nutze seine dominante Position aus, um überhöhte Gebühren durchzusetzen und Wettbewerb zu bremsen.
Was wird Valve vorgeworfen?
Die Klage nennt drei zentrale Punkte. Erstens: Die 30 Prozent Provision, die Valve von Entwicklern verlangt, sei überhöht. Zweitens: Valve verhindere durch Vertragsklauseln, dass Publisher ihre Spiele auf anderen Plattformen günstiger oder früher anbieten. Drittens: Wer ein Spiel über Steam kauft, muss auch alle DLCs und Zusatzinhalte über Steam erwerben. Alternative Kaufoptionen werden faktisch blockiert.
Diese Praktiken würden den Wettbewerb einschränken und letztlich dazu führen, dass Spieler mehr bezahlen müssen. Vicki Shotbolt, die Aktivistin hinter der Klage, argumentiert, dass diese Kosten direkt an die Endkunden weitergegeben werden. Entwickler könnten nicht frei über ihre Preisgestaltung entscheiden, und Spieler hätten keine echte Wahlfreiheit.
Was sagt Valve dazu?
Valve weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen bemängelt, dass die Klage nicht ausreichend darlege, wie betroffene Nutzer identifiziert und Ansprüche konkret berechnet werden sollen. Zudem stellt Valve die Finanzierung des Verfahrens infrage. Das Gericht ließ diese Einwände jedoch nicht gelten und erteilte die Zulassung zur Hauptverhandlung.
Die 30 Prozent Provision ist branchenüblich. Apple, Google, Epic und andere große Plattformen verlangen ebenfalls diesen Satz. Valve argumentiert, dass Steam umfangreiche Dienste bietet, die diese Gebühr rechtfertigen. Dazu gehören Cloud Saves, Community Features, automatische Updates, Refund System und Workshop Support.
Was könnte passieren?
Falls die Klage erfolgreich ist, könnten britische Steam Nutzer, die seit 2018 Spiele oder DLCs gekauft haben, Anspruch auf Entschädigung erhalten. Erste Schätzungen sprechen von 22 bis 44 Pfund pro Person. Insgesamt könnten sich die Schadensersatzforderungen auf bis zu 656 Millionen Pfund belaufen. Das wären umgerechnet rund 750 Millionen Euro.
Interessant ist die Reaktion der Community. Viele Spieler zeigen wenig Verständnis für die Klage. Auf Social Media wird argumentiert, dass Steam seinen Erfolg durch echten Service verdiene. Features wie Rückgabe Regelung, saisonale Sales, regionale Preise und funktionierender Support würden den Marktanteil legitimieren. Andere Stores seien schlicht schlechter.


