Starker US-Arbeitsmarktbericht: Herausforderung und Chance für die Fed

Der jüngste US-Arbeitsmarktbericht hat die Erwartungen übertroffen und damit ein deutliches Signal an die Finanzmärkte gesendet. Mit einem unerwarteten Anstieg der Beschäftigtenzahlen und einer gesunkenen Arbeitslosenquote hat das US-Arbeitsministerium in Washington die Debatte über die künftige Zinspolitik der Federal Reserve, der US-Notenbank, neu entfacht.
Der Bericht verzeichnete einen Zuwachs von 130.000 Arbeitsplätzen außerhalb der Landwirtschaft, während Analysten lediglich mit einem Anstieg von 65.000 positionierten Jobs gerechnet hatten. Zwar wurden die Beschäftigungszahlen der Vormonate um 17.000 nach unten korrigiert, doch die Arbeitslosenquote fiel dennoch um 0,1 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent, was ebenfalls die Prognosen übertraf. Auch die Lohnentwicklung zeigte sich dynamischer als angenommen: Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, was über den erwarteten 0,3 Prozent liegt.
Diese positiven Arbeitsmarktzahlen dürften die Diskussionen um Zinssenkungen durch die Fed, unter der Leitung von Jerome Powell, erschweren. Es wird erwartet, dass der designierte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh vor einer Herausforderung steht, falls sich dieser Trend fortsetzt. Thomas Gitzel von der VP Bank betonte, dass Warsh mit Kritik rechnen müsse, insbesondere aus politischen Kreisen.
Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg warnte jedoch vor übertriebenem Optimismus, da umfassende Revisionen der vergangenen Arbeitsmarktdaten ein gemäßigteres Bild zeichnen. Nach der Revision reduzierten sich die durchschnittlichen monatlichen Neueinstellungen im vergangenen Jahr erheblich.
Der Arbeitsmarktbericht war ursprünglich für den vergangenen Freitag geplant, wurde jedoch aufgrund eines Regierungsteilstillstands auf Mittwoch verschoben. Bereits am kommenden Freitag könnte der ebenso verschobene Inflationsbericht die Finanzmärkte in Bewegung versetzen. Unterdessen zeigte der Euro eine kurzzeitige Schwäche gegenüber dem US-Dollar, erholte sich jedoch teilweise wieder. Die Renditen von US-Staatsanleihen zogen an, während europäische Aktienmärkte kaum reagierten.

