Spannungen im polnischen Luftraum: Militärdrohnen provozieren intensiven Nato-Dialog
Die jüngsten Vorfälle im polnischen Luftraum haben Wellen geschlagen: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius zeigte sich alarmiert über das Eindringen von Militärdrohnen und betonte, dass diese gezielt nach Polen gesteuert worden seien. Ein Irrtum bei der Kurswahl schloss der SPD-Politiker aus und hob die möglicherweise gefährliche Bewaffnung der Drohnen hervor. Nato-Vertreter kamen auf Antrag Polens zu intensiven Beratungen in Brüssel zusammen, um die Angelegenheit im Rahmen von Artikel 4 des Nato-Vertrags zu diskutieren. Konkrete Ergebnisse blieben zunächst aus, doch Generalsekretär Mark Rutte verurteilte das Verhalten Russlands als rücksichtslos.
In der Nacht auf Mittwoch hatten russische Drohnen den polnischen Luftraum verletzt und wurden letztlich abgeschossen. Regierungschef Donald Tusk informierte, dass es sich um Drohnen vom iranischen Typ Shahed handelte, die aus Belarus stammten. Die Identifikation durch die EU bestätigte diese Angaben. Insgesamt registrierte Polen 19 Luftraumverletzungen, wobei sieben Drohnen oder deren Trümmer bisher geborgen wurden. In einem ostpolnischen Dorf wurde das Dach eines Hauses getroffen, glücklicherweise aber niemand verletzt.
Die polnische Luftwaffe, unterstützt von Nato-Parternationen, ging sofort in die Abwehr. Hierbei kamen polnische F-16-Jets ebenso zum Einsatz wie niederländische F-35, italienische Maschinen und deutsche Patriot-Systeme. Durch die aktive Rolle der Nato-Partner konnte die Situation unter Kontrolle gehalten werden, ohne dass es zu Verletzungen kam.
Russland wies sämtliche Vorwürfe zurück und bestreitet die Intention einer Verletzung polnischen Territoriums. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die eingesetzten Drohnen hätten nicht die Reichweite, die polnische Grenze zu überqueren. Trotz der Spannungen signalisierte man die Bereitschaft zu Gesprächen mit dem polnischen Verteidigungsministerium.

