So funktioniert der PayPal Käuferschutz
Bargeldlos zu bezahlen hat sich in der modernen Gesellschaft schon lange etabliert. Schnell die Karte gezückt, ans Lesegerät gehalten und schon ist der Bezahlvorgang abgeschlossen. Aber auch für Überweisungen an Online-Shops oder Privatpersonen muss man nicht mehr zum Geldautomaten laufen. Es gibt zahlreiche Online-Anbieter, die einen solchen Service bieten und im Internet oder per App ermöglichen, darunter auch PayPal. Aber wie sicher ist das eigentlich und wie und von wem bekomme ich mein Geld zurück, wenn etwas schief geht?
PayPal wirbt stetig mit dem hauseigenen Käuferschutz. Laut Auskunft auf der PayPal-Website greift der Käuferschutz immer dann, „wenn Ihr gekaufter Artikel nicht ankommt und gar nicht der Beschreibung entspricht“. Im Grunde bedeutet das, wird der gekaufte Artikel gar nicht, beschädigt oder völlig kaputt geliefert, greift der Käuferschutz vom Online-Bezahldienst PayPal – in der Regel. In einigen Fällen lohnt sich allerdings nicht einmal der Antrag auf Käuferschutz, zum Beispiel wenn der Händler das Paket zwar verschickt hat, es aber aus irgendeinem Grund nicht beim Käufer ankommt. Außerdem greift der Käuferschutz bei unrechtmäßigen Zahlungen vom eigenen Konto, sofern diese selbst festgestellt und gemeldet werden. Allerdings gilt der Käuferschutz in bestimmten Industrien generell nicht, beispielsweise im Geschäftsfeld Gambling, wozu auch Online-Casinos gehören. Aus diesem Grund bieten auch nicht alle Casinos die Möglichkeit mit PayPal zu bezahlen, folgende Anbieter unterstützen PayPal:
- Ladbrokes
- 888 Casino
- Betfair
- Casino Club
Käuferschutz beantragen und Prüfung durch PayPal
Um den Käuferschutz zu beantragen, hat man ab dem Zeitpunkt des Kaufs 180 Tage Zeit. Man kann also vor Beantragen des Käuferschutzes Kontakt zum entsprechenden Händler aufnehmen und versuchen, die Problematik zu klären. Das sollte man auch tun, denn PayPal prüft, ob eigenständig versucht wurde, den Konflikt zu lösen.
Sollte keine Lösung gefunden werden, kann man als Käufer über das eigene PayPal Konto den Antrag auf Käuferschutz einreichen. Dafür muss man sich in sein Konto einloggen und unter dem Menüpunkt Kontoübersicht „Konfliktlösungen“ wählen. Die aufgerufene Seite zeigt tabellarisch alle offenen Konflikte. In der Tabelle findet man in der Spalte Aktion den Button „Anzeigen“. Nach einem Klick auf diesen Button werden Details zum ausgewählten Konflikt angezeigt. Die Option „Konflikt lösen“ bietet die Möglichkeit „Antrag auf Käuferschutz stellen“ zu wählen. Anschließend muss man nur noch auf „weiter“ klicken und der angezeigten Anleitung folgen.
Mit Einreichen des Antrags hat der Händler 20 Tage lang Zeit, den Konflikt zu klären. Sollte keine Einigung mit dem Käufer erzielt werden, prüft PayPal den Antrag auf Käuferschutz. Jeder Fall wird händisch überprüft und im Anschluss abgelehnt oder zu Gunsten des Käufers entschieden. Auch wenn der Antrag auf Käuferschutz von PayPal bewilligt wird, hebelt das nicht den Kaufvertrag aus, das sollte immer bedacht werden.
Das Problem mit dem PayPal Käuferschutz
In der Werbung klingt der PayPal Käuferschutz wie ein Traum, scheinbar ist er „immer einfach und sicher“, dabei ist er genau das nicht immer – einfach. Das Hauptproblem mit dem Käuferschutz von PayPal ist, dass die Anträge vom Unternehmen intern geprüft werden. Am Ende entscheidet also PayPal darüber, ob ein gelieferter Artikel weit genug vom bestellten Artikel abweicht, um unter den Käuferschutz zu fallen. Im Grunde bietet der Käuferschutz also nur eine Kulanzleistung, auf die der Kunde aber keinerlei Anspruch hat.
Der mangelhafte Käuferschutz ist aber kein Grund, sofort das eigene PayPal Konto zu schließen. An sich ist PayPal eine gute Sache, allerdings muss man aufpassen, wem man Geld überweist. Gesichtslose Verkäufe an eBay-Händler sind nie eine sichere Sache, egal mit welcher Bezahlmethode. Als Käufer sollte man immer abwägen, ob die zu tätigende Zahlung an eine vertrauenswürde Person oder ein seriöses Unternehmen geht. Mit diesem Vorgehen kann PayPal mit all seinen Vorzügen ideal genutzt werden.


