Sinn Modehandelskette erneut in Turbulenzen
Die in Hagen ansässige Modehandelskette Sinn ist zum wiederholten Male in finanziellen Schwierigkeiten geraten und hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Ein Sprecher des Unternehmens gewährleistete jedoch, dass der Geschäftsbetrieb in den 41 deutschen Modehäusern weitergeführt werde und die Finanzierung gesichert sei. Vorläufiger Sachwalter ist Michael Mönig. Die Sanierungsbemühungen werden von Rechtsanwalt Jan Ockelmann geleitet, mit dem Ziel, möglichst viele Standorte und Arbeitsplätze zu erhalten.
Ockelmann wies darauf hin, dass erste positive Anzeichen vorhanden seien, obwohl der Ausgang der Verhandlungen noch ungewiss bleibt. Zur Sicherung der Zahlung des Insolvenzgeldes für die 1500 Beschäftigten wurde bereits ein Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt. In den kommenden Wochen sind Gespräche mit den Vermietern vorgesehen, um weitere Maßnahmen zu erörtern. Derzeit ist unklar, ob Filialschließungen und Arbeitsplatzverluste notwendig sein werden.
Das traditionsreiche Unternehmen, das vor 175 Jahren gegründet wurde, betreibt 36 Modehäuser, hauptsächlich in Nordrhein-Westfalen, und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von 240 Millionen Euro. Die Insolvenz wird auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Sondereffekte zurückgeführt, wie Wasserschäden und andere bautechnische Probleme, die zu vorübergehenden Schließungen führten. Dabei stiegen die Kosten für Mieten, Energie und Logistik erheblich an.
Sinn hatte bereits im Jahr 2020 Insolvenz angemeldet und ein Schutzschirmverfahren durchlaufen. Die Corona-Pandemie erzwang zudem zeitweise Schließungen, die zu erheblichen Umsatzeinbußen führten. Die Kette, ehemals bekannt als SinnLeffers, musste auch in den Jahren 2008 und 2016 Insolvenz anmelden. Sinn entstand 1997 aus der Fusion der Modehäuser Sinn und Leffers, und gehörte von 2001 bis 2005 zum KarstadtQuelle-Konzern.

