Silent Hill: Townfall hat endlich ein Release Datum – und der Preis ist überraschend fair
Silent Hill: Townfall erscheint am 24. September 2026 für PS5 und PC. Der von Screen Burn entwickelte Psychohorror-Titel verschlägt dich in die nebelverhangene Inselstadt St. Amelia, wo Protagonist Simon Ordell eine Rechnung mit der Vergangenheit begleichen muss. Wer die Digital Deluxe Edition für 59,99 Euro vorbestellt, darf bereits 48 Stunden früher loslegen – und bekommt ein SteelBook obendrauf, solange der Vorrat reicht.
Vom schottischen Fischerdorf in den Nebel
Dass Silent Hill die amerikanische Kleinstadt verlässt, ist kein Novum mehr. Nachdem der in Japan angesiedelte Vorgänger Silent Hill f bereits über zwei Millionen Einheiten verkaufte, zieht es die Reihe nun nach Schottland – genauer gesagt auf die fiktive Insel St. Amelia. Die Entwickler von Screen Burn haben sich dabei von einem realen Ort inspirieren lassen: Die BBC berichtete bereits, dass das verschlafene Fischerdorf St Monans im East Neuk of Fife als Vorlage diente.
Simon Ordell, der Protagonist, kehrt nicht freiwillig zurück. Er wird gerufen, um – so die offizielle Prämisse – „die Dinge wieder in Ordnung zu bringen“. Was genau das bedeutet, hält Konami im neuen Trailer bewusst vage. Fest steht nur: St. Amelia ist zwar menschenleer, aber keineswegs ruhig. Dichter Nebel, instabile Funksignale und eine Vergangenheit, die sich nicht länger begraben lässt – die Zutaten sind klassisch, das Setting ist es nicht.
Dass Konami ausgerechnet ein winziges Fischerdorf als Schauplatz wählt, ist kein Zufall. Es ist die Antithese zur überladenen Open-World-Routine vieler moderner Horror-Titel. Screen Burn setzt auf Enge, auf Isolation, auf das Unbehagen einer Gemeinschaft, die kollektiv etwas verschweigt.
Ein kleines Studio wagt den großen Horror
Screen Burn ist nicht Bloober Team. Während das polnische Studio mit dem Remake zu Silent Hill 2 über fünf Millionen Einheiten verkaufte und sich als sichere Bank etablierte, betritt das Glasgower Team absolutes Neuland. Ein paar Fakten zum Studio:
- Gegründet 2015 unter dem Namen No Code – bekannt für die narrative Horror-Perle Stories Untold (2017) und das BAFTA-prämierte Observation (2019)
- Rund 30 Mitarbeiter arbeiten an Townfall – für einen Vollpreis-Titel eine überschaubare Mannschaft
- Die Umbenennung in Screen Burn ist eine direkte Anspielung auf das Spiel selbst: das eingebrannte Geisterbild alter Röhrenbildschirme
- Die Umbenennung von No Code in Screen Burn wurde offiziell mit dem Townfall-Projekt begründet
Das ist die vielleicht spannendste Wette an diesem Release: Ein Studio, das bisher brillante, aber kompakte Indie-Erfahrungen ablieferte, soll jetzt eine vollwertige Silent-Hill-Episode schultern. Immerhin hat Annapurna Interactive das Projekt zu ihrem bislang ambitioniertesten Vorhaben erklärt.
Die radikalste Entscheidung: Townfall spielt sich komplett aus der Ego-Perspektive. Kein Third-Person-Wechsel, keine Kamera-Tricks. Du siehst St. Amelia direkt durch Simons Augen. Das hat in der Community für erhebliche Diskussionen gesorgt – schließlich war die schulternahe Third-Person-Kamera jahrzehntelang das Markenzeichen der Reihe. Screen Burn argumentiert, dass die Ego-Perspektive die Beklemmung intensiviere und näher an die P.T.-Erfahrung heranrücke. Auf dem Papier nachvollziehbar, in der Praxis eine riskante Abkehr von der Serien-DNA. Resident Evil 7 hat 2017 bewiesen, dass ein Ego-Horror funktionieren kann – aber Capcom hatte auch ein 300-köpfiges Team.
Was die Deluxe Edition wirklich bringt
Konami hat die Vorbesteller-Phase mit zwei Editionen gestartet:
- Standard Edition – 49,99 Euro: Basis-Spiel plus zwei alternative CRTV-Designs (der Taschenfernseher, mit dem Simon instabile Signale aufspürt)
- Digital Deluxe Edition – 59,99 Euro: Zusätzlich ein alternatives Outfit für Simon, digitale Soundtrack-Auszüge, ein digitales Artbook und 48 Stunden Vorabzugang – sprich: Du startest bereits am 22. September
Wer die physische PS5-Fassung zb. bei MediaMarkt vorbestellt, bekommt außerdem das exklusive SteelBook dazu. Allerdings nur, solange der Vorrat reicht – und nur bei ausgewählten Händlern.
Mit 49,99 Euro liegt Townfall deutlich unter dem Preis, den Konami für Silent Hill f aufrief (80 Euro zum Launch). Das kann man optimistisch als faires Pricing lesen – oder als stilles Eingeständnis, dass ein 30-Mann-Studio keinen AAA-Preis rechtfertigt. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen. Zu den PS5-exklusiven Features zählen adaptive Trigger für den Waffenrückstoß, haptisches Feedback für herannahende Gegner und eine bewegungsbasierte Steuerung des CRTV via DualSense.
Drei Spiele, eine Strategie – Konamis stiller Horror-Plan
Townfall ist kein isoliertes Experiment. Konami verfolgt eine ungewöhnliche Strategie: Drei Silent-Hill-Titel in drei Jahren, drei völlig unterschiedliche Studios, drei radikal verschiedene Ansätze. Silent Hill 2 Remake (2024) als klassisches Third-Person-Remake von Bloober Team, Silent Hill f (2025) als historischer Japan-Horror von NeoBards Entertainment – und jetzt Townfall als Ego-Horror aus Schottland.
Das ist das Gegenteil von Ubisofts „Einheitsbrei“-Ansatz und erinnert eher an die Anthologie-Idee, die Konami in seinem Geschäftsbericht bereits andeutete. Jeder Titel steht für sich, jeder experimentiert mit neuen Perspektiven, Settings und Mechaniken.
Ob das aufgeht, hängt maßgeblich an Townfall. Nach drei Jahren Funkstille um das Projekt ist der Druck auf Screen Burn immens. Das Studio hat bewiesen, dass es Atmosphäre kann – aber Atmosphäre allein trägt kein 15-stündiges Spiel. Die Frage, die sich jeder stellt, der den Trailer gesehen hat: Hält das Gameplay, was das Setting verspricht? Antworten gibt es spätestens ab dem 22. September – für alle, die zehn Euro mehr auf den Tisch legen.


