Neue Entwickler-Details verraten – Silent Hill: Townfall stellt Kämpfen und Schleichen auf eine Stufe
In den vernebelten Gassen von Silent Hill war die Frage nach der richtigen Taktik schon immer eine verdammt verzwickte Angelegenheit. Screen Burns kommender Ableger Townfall verspricht nun einen radikalen Bruch mit dieser altbekannten Zwickmühle. Statt euch in Richtung Stealth oder Action zu drängen, sollen beide Spielweisen völlig gleichberechtigt nebeneinander existieren. Wie Lead Designer Graeme McKellan das umsetzen will und warum euch jeder Nahkampf wie eine richtige Straßenschlägerei vorkommen wird – das verraten frische Eindrücke aus einem kürzlich veröffentlichten Entwickler-Einblick.
Wenn jeder Treffer sitzt
Lead Designer Graeme McKellan beschreibt das Kampfsystem als bewusst roh und ungeschliffen. In einem neuen Entwickler-Clip stellt er unmissverständlich klar: „Manche Teile des Spiels werden dich sicherlich in eine bestimmte Richtung drängen.“ Doch die grundlegende Philosophie bleibt – beide Herangehensweisen sollen sich stets gleichwertig anfühlen, ohne dass eine davon wie eine Notlösung wirkt. Wer sich für den Nahkampf entscheidet, erlebt nach McKellans Worten „eine richtige Schlägerei“. Keine sterilen Animationen, keine übertriebenen Ausweichmanöver: Jeder Schlag fühlt sich schwer und folgenreich an. Genau diese hektische, unberechenbare Komponente bezeichnet der Designer als sein persönliches Highlight des gesamten Kampfsystems. Das klingt nach einem Game, das euch nicht die Hand hält, sondern euch fallen lässt – und gespannt zusieht, wie ihr wieder aufsteht.
Von der Faust zur Feuerwaffe
QA-Leiterin Linda Stenback ergänzt, dass das Team eine breite Palette an Kampfmöglichkeiten implementiert hat – von Nahkampfwaffen über Pistolen bis hin zu gezielten Ablenkungsmanövern. Die Level sind so designt, dass sie mal die eine, mal die andere Taktik belohnen, ohne euch jemals die Wahl komplett aus der Hand zu nehmen. Gegner reagieren dynamisch auf Geräusche und Bewegungen, was lautloses Voranschleichen genauso lohnenswert macht wie den direkten Konflikt. Screen Burn gelingt damit etwas, woran viele Horrorspiele scheitern: Beide Wege fühlen sich nicht wie Notlösungen an, sondern wie gleichwertige Strategien mit eigenen Vorteilen und Nachteilen. Die Umgebungen laden zum Experimentieren ein, und der CRTV – ein kleiner tragbarer Fernseher als zentrales Gadget – wird euch dabei zusätzliche Hinweise liefern.
Schottischer Schauer zum Premiumpreis
Silent Hill: Townfall erscheint noch in diesem Jahr für PS5 und PC, ein finales Datum steht weiterhin aus. Publisher Annapurna Interactive betont, dass trotz der überschaubaren Teamgröße ein vollwertiger Titel geliefert wird – und stuft ihn als eines der größten veröffentlichten Spiele des eigenen Labels ein. Der Preis liegt bei Amazon Deutschland bei 49,99 Euro. Erstmals setzt ein Hauptableger der Reihe vollständig auf die Egoperspektive, was besonders bei Rätseln und der Erkundung neue Möglichkeiten eröffnet. Schauplatz ist die schottische Insel St. Amelia, auf der Protagonist Simon Ordell versucht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Ob das Konzept der gleichberechtigten Spielweisen in der Praxis aufgeht, bleibt abzuwarten. Mutig ist der Ansatz allemal – und genau das macht Lust auf mehr.

