Sicherheitskonzepte auf dem Prüfstand: Verkehrspolitik reagiert auf tragischen Angriff
Der jüngste Vorfall in Rheinland-Pfalz, bei dem ein Zugbegleiter tödlich verletzt wurde, hat das Bundesverkehrsministerium dazu veranlasst, neue Schutzmaßnahmen für Bahnmitarbeiter in Betracht zu ziehen. Erste Erfahrungswerte im freiwilligen Einsatz von Bodycams zeigen, dass diese kleinen, tragbaren Kameras eine deeskalierende Wirkung haben können und somit für den Schutz der Angestellten unverzichtbar werden könnten. Dies allein reicht jedoch nicht aus, um das Sicherheitsgefühl der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter nachhaltig zu stärken.
Ergänzend wird überlegt, Bahnmitarbeiter fortan stets zu zweit einzusetzen, um ein Mehr an Sicherheit in den Zügen zu gewährleisten. Einen wichtigen Schritt in Richtung umfassender Sicherheitslösungen plant Bahnchefin Evelyn Palla, die angekündigt hat, in den kommenden Tagen zu einem Sicherheitsgipfel einzuladen.
Der schockierende Tod eines 36-jährigen Zugbegleiters bei der Fahrscheinkontrolle hat bundesweit für Aufruhr gesorgt. Dieser wurde von einem 26-jährigen Griechen, der ohne gültigen Fahrschein unterwegs war, brutal attackiert und verstarb später in einer Klinik. Der mutmaßliche Täter befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Auch auf gewerkschaftlicher Ebene sind die Stimmen laut geworden. Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), fordert von den Bundesländern finanzielle Mittel, um eine Doppelbesetzung in Regionalzügen zu garantieren. Das Ziel ist klar: Das Personal soll gestärkt und zugleich vor derartigen Einzelvorfällen geschützt werden.

