Shein unter Druck: Nachhaltigkeitsversprechen auf dem Prüfstand
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den chinesischen Online-Giganten Shein wegen irreführender Klimaschutzversprechen ins Visier genommen. Nach einer Abmahnung hat Shein nun eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, in der das Unternehmen zusichert, in Zukunft konkrete Maßnahmen für seine Klimaneutralitätsziele bis 2050 vorzulegen. Die aktuelle Kritik entzündete sich an versäumten Ausführungen, wie der Modehändler seine steigenden Emissionen – allein 2024 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – senken will. Shein hat bereits reagiert und sein Nachhaltigkeitsprofil auf der Unternehmenswebsite überarbeitet. Ein Sprecher betonte die laufende Zusammenarbeit mit der DUH, wobei Shein nach eigenen Angaben seine Ziele und Methodik nun deutlich klarer darstellt. Diese Maßnahmen sollen die Transparenz über die Dekarbonisierungsbemühungen des Unternehmens verbessern.
In Deutschland boomt Shein trotz anhaltender Kritik an Produktqualität und fairen Wettbewerbsbedingungen. Pro Tag erreichen etwa 400.000 Pakete von Shein und Mitbewerber Temu das Land. Diese Händler stehen häufig im Fadenkreuz von Kritikern, worunter auch die europäischen Behörden zählen. Die EU-Kommission monierte mehrfach Verstöße gegen EU-Regularien und forderte Aufklärung über die Verkaufspraxis illegaler Produkte, darunter Sexpuppen und Waffen. Shein hat daraufhin zugesichert, auf problematische Artikel umgehend zu reagieren.
Als bedeutende E-Commerce-Plattform unterliegt Shein strengen digitalen Regelungen seitens der EU. Der europäische Markt soll vermehrt vor Billigimporten geschützt werden, weshalb ab Juli eine Importabgabe von drei Euro für Warensendungen bis 150 Euro erhoben wird. Diese Maßnahme trifft insbesondere Händler wie Shein, um den fairen Handel langfristig zu stärken.

