Seit Fallout 4 festgelegt: Der Schauplatz von The Elder Scrolls 6 war offenbar offensichtlich
Die Geheimniskrämerei um The Elder Scrolls 6 dauert mittlerweile fast acht Jahre an – seit dem kurzen Teaser 2018 herrscht weitgehend Funkstille. Doch nun enthüllt Kurt Kuhlmann, Co-Lead-Designer von Skyrim und ehemaliger Bethesda-Entwickler, dass der Hauptschauplatz des kommenden Rollenspiels bereits während der Entwicklung von Fallout 4 festgelegt wurde. Im Gespräch mit PCGamer betonte er, dass damals ein Konsens unter den Beteiligten herrschte – der Ort sei „offensichtlich“ gewesen. Allerdings räumt Kuhlmann ein, dass er nicht weiß, ob diese Entscheidung mittlerweile revidiert wurde, da er nach Skyrim nicht mehr auf Story-Ebene involviert war. Welche Region Tamriels wird uns also erwarten?
Ein Konsens ohne Debatte bereits vor 2015
Kuhlmann verortete diese Gespräche zeitlich vor dem Release von Fallout 4 im Jahr 2015. „Es gab eine Art Konsens unter einigen Leuten, die darüber sprachen“, erklärte er. „Wir hatten eine Idee, aber es war eher ein Einvernehmen im Sinne von: ‚Okay, wo sollte das nächste Spiel stattfinden?‘ Und alle, die diskutierten, stimmten überein. Es war keine Debatte. Es war eher so: Na, offensichtlich sollte es hier sein.“ Zu diesem Zeitpunkt ging es primär um das Setting und die Atmosphäre – eine konkrete Story existierte noch nicht. Diese frühe Festlegung deutet darauf hin, dass Bethesda bereits vor über einem Jahrzehnt eine klare Vision für TES6 hatte, auch wenn die eigentliche Entwicklung erst Jahre später begann.
Hammerfell und High Rock als populärste Theorien
Der 2018er Teaser zeigte lediglich eine weitläufige Landschaft mit Bergen am Horizont – kaum genug, um Spekulationen einzudämmen. Dennoch haben sich Hammerfell und High Rock als häufigste Fan-Theorien etabliert. Beide Provinzen liegen an der Iliac Bay und würden geografisch zum gezeigten Terrain passen. Einige Fans glauben sogar, eine Kritzeleien in Starfield erkannt zu haben, die der Iliac Bay ähnelt – allerdings bleibt das reine Spekulation. Kuhlmann selbst kann nicht bestätigen, ob der damalige Konsens noch gilt, da er seit Skyrim nicht mehr in die Story-Entwicklung eingebunden war. Todd Howard bestätigte im Dezember 2025 lediglich, dass die Entwicklung „wirklich gut voranschreitet“ und der Großteil des Studios mittlerweile am Open-World-RPG arbeitet.
Verworfene Empire-Strikes-Back-Pläne und Cliffhanger-Vision
Kuhlmann hatte früher ein faszinierendes Konzept für die Elder-Scrolls-Zukunft: The Elder Scrolls 6 sollte wie „The Empire Strikes Back“ enden – mit einem Cliffhanger, der auf TES7 hinführt. Die Thalmor-Suprematisten sollten als Antagonisten fungieren, deren Ambitionen, ganz Tamriel zu erobern, in TES6 aufgebaut würden. Doch er erkannte selbst, dass dies bei Bethesdas langen Entwicklungszyklen „komplett undurchführbar“ wäre. „Das ist keine gute Art, ein Spiel zu beenden und zu sagen: Ja, wir sehen uns in 10, 15 Jahren“, räumte er ein. Diese realistische Einschätzung zeigt die Herausforderungen, mit denen Bethesda konfrontiert ist – narrative Ambition versus praktikable Produktionsrealitäten.
Kultureller Wandel bei Bethesda und Kuhlmanns Abschied
Kuhlmann verließ Bethesda auch aufgrund eines kulturellen Wandels im Studio, den er als „bürokratischer“ beschrieb. Die Erwartung war, dass man als Manager nicht gleichzeitig Content erstellen könne, wenn man den Projektumfang kontrolliere. Zudem wusste er, dass er nicht als Lead Designer an TES6 arbeiten würde. Dieser Einblick illustriert, wie sich Bethesda von einem kleineren, hands-on-Studio zu einem größeren, strukturierteren Unternehmen entwickelt hat – eine Transformation, die nicht alle Veteranen mittragen wollten. Trotzdem schreitet die Entwicklung voran, und Howards Kommentare deuten darauf hin, dass Bethesda seine charakteristisch langen Pre-Production-Phasen beibehält, um sicherzustellen, dass „wir uns gut damit fühlen.“


