Schlächterei in Fokus: Silvia Breher fordert Videoüberwachung in Schlachthöfen
Silvia Breher, die neue Bundestierschutzbeauftragte, setzt sich mit Entschlossenheit für die verpflichtende Videoüberwachung in deutschen Schlachthöfen ein. Direkt nach ihrer Ernennung durch das Kabinett betonte die CDU-Abgeordnete ihre Priorität, dieses Vorhaben umzusetzen. "Eine Misshandlung von Tieren in der letzten Phase ihres Lebens muss geahndet werden", argumentiert sie und sieht die Videodokumentation als Schlüsselmaßnahme. Dieses Vorhaben stützt sich auf eine Absichtserklärung im Koalitionsvertrag von Union und SPD, der eine Prüfung solcher Überwachungsmaßnahmen vorsieht.
Neben der Videoüberwachung hat sich Breher für rechtliche Vereinfachungen bei Stallumbauten ausgesprochen, um höhere Tierschutzstandards zu ermöglichen. Die Landwirte seien motiviert, mehr für das Tierwohl zu tun, wenn man ihnen die Möglichkeiten dazu gebe. Ein weiterer Punkt auf ihrer Agenda ist das Verbot des anonymen Tierhandels im Internet. Zudem sollen Tierheime, die oft ehrenamtlich betrieben werden, weiterhin unterstützt werden.
Auf Kritik bezüglich eines potenziellen Interessenkonflikts, da Breher ihre neue Rolle zusätzlich zu ihrem Amt als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium ausübt, entgegnete sie, dass kein Interessenkonflikt bestehe. Sie betont ihre Absicht, den Tieren nicht nur eine Stimme zu verleihen, sondern auch konkrete Maßnahmen umzusetzen. Ihre Rolle als Bundestagsabgeordnete biete ihr ausreichend Spielraum dafür.
Breher, die am Montag offiziell ihr Amt antritt, tritt die Nachfolge von Ariane Kari an, die 2023 von der Ampel-Regierung zur ersten Tierschutzbeauftragten ernannt wurde. Minister Alois Rainer von der CSU hebt hervor, dass Breher den Tierschutz in Deutschland weiter voranbringen werde. Er lobt die Personalwahl als eine ressourcenschonende Lösung in finanziell angespannten Zeiten. Die bisherige Arbeit der Beauftragten kostete jährlich eine halbe Million Euro, von der künftig mehr als die Hälfte eingespart werden soll.

