Sanierungsstau auf Deutschlands Autobahnbrücken: Millionen-Schäden drohen
Die Reparaturbedürftigkeit deutscher Autobahnbrücken bringt nicht nur immense Kosten für Instandsetzungsarbeiten mit sich, sondern bewirkt erhebliche volkswirtschaftliche Schäden, sollte es zu Sperrungen kommen. Der ADAC ließ die Auswirkungen einer solchen Sperrung bei fünf renommierten Brücken analysieren, was alarmierende Zahlen zu Tage brachte. Insgesamt sind circa 8.000 dieser Infrastrukturschlüsselpunkte sanierungsbedürftig.
Besonders betroffen wäre die Norderelbbrücke auf der A1 in Hamburg. Laut Berechnungen von PTV, die diese für den ADAC durchführten, würde ein Jahr der Sperrung zu einem wirtschaftlichen Schaden von 334 Millionen Euro führen. Für die Pkw-Fahrer bedeutete dies 150 Millionen zusätzliche Kilometer sowie einen Verlust von 14 Millionen Stunden Zeit.
Auf dem zweiten Platz liegt die Brücke über das Tal des Böllinger Bachs der A6 bei Heilbronn mit einem potenziellen jährlichen Schaden von 172 Millionen Euro. Autolenker müssten 140 Millionen Kilometer mehr fahren und dabei fünf Millionen Stunden einbüßen.
Ähnlich gravierend wäre eine Sperrung der Friedrich-Ebert-Brücke bei Bonn, wo Experten von einem jährlichen Schaden von 170 Millionen Euro ausgehen. Die Folge wären 50 Millionen zusätzliche Kilometer und ein Zeitverlust von gut acht Millionen Stunden.
Für die Donaubrücke Sinzing bei Regensburg wird ein ökonomischer Schaden von 75 Millionen Euro pro Jahr prognostiziert, verbunden mit 47 Millionen extragefahrenen Kilometern und 3,5 Millionen Stunden Zeitdefizit.
Am wenigsten Schaden wird bei der Agra-Brücke in Leipzig, die als einzige der untersuchten Brücken nicht zum Autobahnnetz zählt, erwartet. Mit einem potenziellen Schaden von 14 Millionen Euro jährlich, 12 Millionen zusätzlichen Kilometern und knapp einer Million verlorener Stunden ist sie eher glimpflich davon betroffen.
Angesichts dieser alarmierenden Zahlen appelliere ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand an die Regierung, die verfügbaren finanziellen Mittel aus dem Sondervermögen zügig einzusetzen. "Jedes weitere Jahr Verzögerung in der Brückenerneuerung erhöht die Risiken für Folgeschäden und somit die Belastung für Autofahrer, Anwohner und die gesamte Volkswirtschaft beträchtlich", betont er eindringlich.

