Ruhige Anleihemärkte: EZB-Entscheidungen ohne große Wirkung
Die Finanzmärkte zeigten sich unbeeindruckt von den jüngsten geldpolitischen Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB). So verharrte der Euro-Bund-Future auf seinem Stand von 129,22 Punkten, während die Renditen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen konstant bei 2,65 Prozent blieben.
Die EZB beließ die Zinsen unverändert, was Analysten zufolge auch für die nähere Zukunft wahrscheinlich bleibt, wie aus den Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde hervorgeht. Auf ihrer Pressekonferenz betonte Lagarde das unerwartet starke Wirtschaftswachstum und die zurückgegangene langfristige Inflationsprognose. Diese Faktoren mindern die Erwartungen an eine baldige Zinssenkung, erklärt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, welcher das Szenario eines stabilen Einlagensatzes von 2,0 Prozent als das plausibelste bezeichnet.
Die innenpolitischen Turbulenzen in Frankreich, wo die Regierung kürzlich über Sparmaßnahmen gestolpert ist, fanden in Lagardes Stellungnahmen kaum Beachtung. Sie äußerte lediglich die generelle Hoffnung auf politische Stabilität. Dies führte dazu, dass die Renditen französischer Staatsanleihen leicht sanken, bleiben jedoch in ihrem Niveau über den griechischen und knapp unter den italienischen Pendants.

