Rolls-Royce Power Systems sichert sich Mega-Auftrag von KNDS
Rolls-Royce Power Systems hat einen bemerkenswerten Auftrag erhalten, der in der jüngeren Geschichte seines Gleichen sucht. Der Antriebsbauer aus Friedrichshafen wird über 300 Panzermotoren an den Rüstungskonzern KNDS liefern. Diese hochwertigen Antriebe der Marke MTU werden in die begehrten Leopard-2-Kampfpanzer eingebaut, die nach Deutschland, Schweden, Litauen, in die Niederlande und die Tschechische Republik geliefert werden sollen. Die Auslieferung dieser Motoren soll bereits im kommenden Jahr starten.
Die Nachricht sorgte für Auftrieb bei der Aktie des britischen Mutterunternehmens Rolls-Royce Holdings, die um 1,7 Prozent zulegte und ihren Wert in diesem Jahr fast verdoppelt hat. Jörg Stratmann, der Geschäftsführer von Rolls-Royce Power Systems, kommentierte den Auftrag als Antwort auf die steigende Nachfrage nach militärischer Ausrüstung aufgrund der aktuellen geopolitischen Spannungen. Das Unternehmen hat seine Kapazitäten erheblich erweitert und plant, diese weiter auszubauen.
Erst kürzlich stellte der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS ein neues Leopard-2-Modell vor, den Leopard 2A8. Dieses Modell ist unter anderem mit einem hochmodernen Schutzsystem aus Israel ausgestattet, das Drohnen und anfliegende Geschosse vor ihrem Einschlag vernichten kann. Der Preis für einen neuen Leopard-Panzer liegt im höheren zweistelligen Millionenbereich und ist damit eine beträchtliche Investition für die Streitkräfte von 23 Ländern, die derzeit 3.300 dieser Fahrzeuge in Betrieb haben.
Der Rüstungsboom schlägt sich auch positiv im Umsatz von Rolls-Royce Power Systems nieder, insbesondere im Militärbereich, der mittlerweile etwa ein Viertel des Gesamtumsatzes ausmacht. Das Unternehmen wird voraussichtlich 2024 die Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro überschreiten. Neben den Leopard-2-Motoren stellt es auch Antriebe für andere Militärfahrzeuge wie den Puma her. Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal ist hoch, sodass das Unternehmen auf die temporäre Unterstützung von Fachkräften des angeschlagenen Autozulieferers ZF angewiesen ist.

