Review – Soulstice – Ein Actiongame in guter altbewährter DMC-Manier oder mehr gewollt als gekonnt?

Mit Soulstice betritt ein Game die Bühne, auf das ich seit Jahren warten musste. Dabei geht es mir nicht in erster Linie um Soulstice selbst, sondern um das Genre und die Aufmachung, welches es bedient.

Soulstice ist kein Soulslike Game, wie es der Name es auf den ersten Blick vermuten lassen könnte, auch die ersten Trailer und Gameplay-Ausschnitten sahen ein wenig danach aus. Entgegen der ersten Vermutungen und Bildern ist Soulstice aber ein Aktion-Hack‘n’Slash-Adventure geworden und gehört spieltechnisch in die Schublade zu Games wie Devil May CryCastlevania: Lords of Shadow oder auch Bayonetta und die ursprünglichen God of War Teile der Playstation 2.

Verantwortlich für die Entwicklung ist das italienische Studio Reply Game Studios, die sich nach eigener Aussage die Entwicklung von AA Titel für Konsole und PC im Fokus haben und sich hier am wohlsten fühlen, ohne mit den Großen konkurrieren zu müssen.

Beim Starten eines neuen Spiels habt ihr die Qual der Wahl des Schwierigkeitsgrads. Beim ersten Lauf stehen euch 3 Optionen zur Verfügung. Um eine der beiden zusätzlichen harten Schwierigkeiten wählen zu dürfen, müsst ihr den jeweils vorherige Stufe abgeschlossen haben. Wer also keine Angst vor einer Herausforderung hat, darf sich selbstverständlich sofort am schweren Grad wagen, um sich für den nächsten Lauf direkt die vierte Stufe freischalten zu können.

Ich werde meinen Bericht möglichst Spoilerfrei halten und nur auf Dinge eingehen, die aus bereits veröffentlichten Materialien bekannt sind.

Das anfängliche Intro erzählt uns eine Geschichte, ein klassischer Kampf zwischen Gut und Böse, in dem letztendlich das Gute die Oberhand über das Chaos gewann. Im Laufe der Geschichte erhob sich das Chaos und ließ das Grauen auf die Welt gegen die Hüter los. Verzweifelt und geschwächt wendeten sich die Hüter an die Menschheit und im darauf folgenden Kampf entstanden mächtige Krieger, die einer nach der anderen Schlacht gewinnen konnten

Eine düstere Welt voller Gefahren

Ohne großes Vorgeplänkel werden wir nach einem kurzen Grundlagentutorial ins Spiel geworfen und befinden uns mit unserem gespielten Charakter Briar auf einem kleinen Boot auf dem Weg zu einer in Flammen stehenden Stadt oder Feste. Im Schlepptau haben wir unsere Schwester Lute dabei. Briar, eine Kämpferin mit überdimensionalem Schwert und gut gerüstet, im Gegensatz haben wir Lute ein Geist.

Das ungleiche Geschwisterpaar wird in dieser Welt als Chimeras bezeichnet, eine Verbindung zweier Seelen macht diese hybriden Krieger zu einer Waffe, die in der Lage ist, die Menschheit zu beschützen. Während Briar mit ihrem Schwert und weiteren Waffen den Gegnern deren Grenzen aufzeigt, greift Lute mit ihren eigenen Fähigkeiten in den Kampf ein, indem sie gegnerische Angriffe blockt, umleitet und mit ihrer Energie den Gegnern Schaden zufügt. Zusätzlich kann Lute zwei Arten von Sphären erschaffen, die verschiedene Arten von Objekten sichtbar oder angreifbar machen. Plattformen und zerstörbare Kristalle sind nur dann für euch nutzbar, wenn sie in Lutes Bubble in die materielle Ebene geholt werden.

Verschiedene Gegner sind nur unter dem Einfluss der Bubble angreifbar. Leider ist der Einsatz der Sphäre zeitlich begrenzt und zehrt an Lutes Kräften, durch erfolgreiche Treffer von beeinflussten Gegnern gebt ihr Lute Kraft und haltet die Sphäre länger aufrecht. Sollte sich die aber die Kraft eures Geist Begleiters überladen, verschwindet nicht nur die Sphäre, auch Lute muss sich für eine kurze Zeit zurückziehen und wird euch in der Zeit auch nicht unterstützen können. Achtet also stets darauf und deaktiviert die Bubble, bevor Lute erschöpft ist.

Als Chimeras seid ihr mit Fähigkeiten ausgestattet, um die Menschen gegen die Bedrohung aus einer anderen Dimension zu verteidigen. Mehr wisst ihr zu Beginn nicht und wir sehen auch nur ein Portal über der Festung schweben. Natürlich ist genau dieses Portal unser Ziel wer dahinter steckt? Keine Ahnung, erstmal Damit behält sich das Game vor, die Spannung aufrechtzuerhalten. Dass der Weg nicht leicht sein wird, brauche ich nicht zu erwähnen und dass wir nicht mit Blumen erwartet werden auch nicht.

Auf unserem Weg stellen sich uns immer wieder Gegner entgegen, diese stehen nicht einfach irgendwo rum und warten auf uns, sondern entspringen kleinen Portalen. Der Kampf läuft immer als kleines Event ab, welches nach Abschluss auch direkt bewertet wird. Von Spielen wie Devil May Cry kennt mal eine Kampfbewertung am Ende des Kapitels mit Einstufung, je nach ausgeteilten und eingesteckten Schaden. Persönlich wäre ich mehr für eine abschließende Bewertung zum Ende eines Kapitel, als immer wieder zwischendurch. Generell würde ich mir auch Gegner im normalen Verlauf wünschen und nicht ausschließlich dieses Event- oder Wellensystem. Wenn zwischendurch an markanten Punkten ein Gegnerevent gestartet werden würde und überall auf der Karte vereinzelt Gegner und kleine Gruppen stehen, wäre mein Spielgefühl ein wenig angenehmer.

Briar hat im Grunde zwei Basisangriffe. Der einfache, dafür aber schnelle Schwertangriff setzt dem Gegner in schnellen Abfolgen zu. Während der langsamere Angriff mit der Sekundärwaffe einen schwereren Schaden zufügt aber wie gesagt langsam ausgeführt wird. Im weiteren Spielverlauf bekommt ihr auch weitere Waffen mit unterschiedlichen Einsatzgebieten, so bekommt ihr beispielsweise relativ früh einen Panzerhandschuh, mit dem ihr gegnerische Rüstungen schwächen und zerstören könnt.

Mit im Spiel erbeuteten Kristallsplittern, schaltet ihr weitere Fähigkeiten frei. Mächtige Kombos für Briar oder neue und verbesserte Fähigkeiten für Lute. Die Fähigkeiten für Briar werden jeweils für die einzelnen Waffen freigeschaltet, somit ist eine freigeschaltete Kombo für Waffe 1 nicht automatisch auch für Waffe 2 frei Das wäre ja auch ein wenig zu einfach. Also fangt ihr mit jeder neuen mächtigen Waffe bei Null an, was die Möglichkeit an nutzbaren Kombos angeht. Lute verfügt über ein Skillbaum-System, in dem ihr drei Hauptattribute bedienen und verbessern könnt: Angriffe, Verteidigung oder die Macht der Sphäre zu verbessern.

  • Angriff: zusätzliche Aktionen, die automatisch durch Lute genutzt werden, um Schaden auszuteilen.
  • Verteidigung: Blockt mehr Angriffe, wehrt die Angriffe stärkere Gegner ab und so weiter
  • Sphäre: Verstärkt Fähigkeiten der Sphäre, verlängert den Einsatz oder vergrößert beispielsweise den Wirkungsbereich.
    Lutes Fähigkeitenbaum lässt sich aber auch resetten, um andere Fähigkeiten wählen zu können.

Wie sieht Soulstice eigentlich aus?

Die Detaillierung der Charaktere ist nicht ganz auf dem Stand eines New Gen Titel. Das fängt bei den Bewegungsabläufen an und geht beim Aussehen und der Mimik weiter. Generell wirken die Bewegungen ein wenig hölzern, in hitzigen Kampfsituationen fällt es zwar nicht so stark auf, aber beim Bewegen durch die Level, wo die Kamera relativ nah an uns dran ist oder in Zwischensequenzen wirken Briar und Lute ein wenig steif und emotionslos. Bei Briar mag es vielleicht an ihrer Art liegen, aber die Gesichtsanimation ist generell ein wenig spartanisch und einfach. Dafür finde ich die optische Gestaltung der Level sehr ansprechend und spiegelt die passende Stimmung wider. Die Umgebung ist sehr detailreich und auch die nicht im Fokus stehenden Ebenen sind sehr schön ausgearbeitet.

Beim Design der Level setzen die Entwickler auf einen linearen Verlauf, der uns die Richtung zum Ziel zu 100% vorgibt. Es macht (oder ergibt) durchaus Sinn, auch mal hier und dort auf kleine Abzweigungen und Plattformen zu achten. Hinter der ein oder anderen Bretter verschlagenen Tür werdet ihr zwar keine alternativen Wege finden, versteckte Items, Kristalle und Portale zu besonderen Herausforderungen sind an vielen Orten zu finden. In seltenen Fällen versperren euch auf dem Rückweg zwar ein paar Gegner den Rückweg, die ihr dann noch kurz in den Boden stampfen dürft. Es lohnt sich aber immer alles zu erkunden.

Die Kameraführung ist in den meisten Fällen fest und der Blickwinkel kann nur ein wenig durch euch gesteuert werden. In offenen Bereichen wie zum Beispiel Herausforderungen und Bosskämpfen hingegen dürft ihr zugunsten der Übersichtlichkeit den Blickwinkel selber steuern.

Soulstice ist am 20.09.2022 erschienen und für Playstation 5, Xbox Series und PC verfügbar.

Review – Soulstice – Ein Actiongame in guter altbewährter DMC-Manier oder mehr gewollt als gekonnt?
6
Grafik
6
Sound
7
Steuerung
7
Spiele Spaß
6.5
Preis Leistung
Gesamtwertung 6.5 / 10
Unser Fazit
Soulstice ist ein Actiongame welches vom Spielstil an DMC oder Bayonetta angelehnt ist. Die Kämpfe sind durch eine Vielzahl von Kombos sehr abwechlungsreich. Ich persönlich hätte allerdings ein wenig mehr Spaß gehabt, wenn die Kämpfe und Gegnerwellen nicht ausschließlich in einer Art Event mit direkter Bewertung ausfallen würden. Die Grafik hätte Gesamtheitlich ein wenig schöner ausgearbeitet sein. Mit dem Wissen im Hinterkopf, dass Reply Game Studios mit ihrem anspornt qualitative AA Games zu machen, wird mit Soulstice dennoch ein sehr schöner Titel geliefert. Durch die zusätzlichen Schwierigkeitsgrade, gibt es auch einen Ansporn sich ein weiteres Mal ins Abenteuer zu stürzen. Eine dunkle Welt erwartet euch, stellt euch den Gefahren und treibt sie zurück in ihre Dimension.
Gaming / PC-Computer / PlayStation / Tests / Xbox / Modus games / Pc / PlayStation 5 / PS5 / Reply Game Studios / Review / Soulstice / Test / Xbox Series
[toptechnews.de] · 26.09.2022 · 20:56 Uhr
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