Restrukturierung bei Contitech: Werksschließungen in vier Bundesländern geplant
Der Automobilzulieferer Continental sieht sich aufgrund der aktuellen Herausforderungen in der Autoindustrie gezwungen, Werksschließungen in seiner Kunststofftechniksparte Contitech vorzunehmen. Betroffen sind rund 580 Arbeitsplätze durch die Schließung von Produktionsstätten in Bad Blankenburg, Stolzenau und Moers sowie dem Werkzeugbau in Frohburg und Geithain.
Diese Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der konsolidierenden Neuausrichtung der Aktivitäten des Geschäftsfeldes Original Equipment Solutions in Hamburg und der Verlagerung einer Produktionslinie von Hannover an einen anderen Automotive-Standort. Das Unternehmen reagiert damit auf den deutlichen Nachfragerückgang in der Automobilbranche sowie dem Braunkohleabbau.
Philipp Nelles, Vorstandsmitglied von Continental, betonte die Notwendigkeit dieser Schritte angesichts der sich wandelnden Marktsituation. Die geplanten Maßnahmen sollen nach Möglichkeit sozialverantwortlich umgesetzt werden, um Mitarbeitern alternative Stellen innerhalb des Unternehmens zu bieten.
Kritik kommt vom Gesamtbetriebsrat Rubber der Continental sowie der Chemiegewerkschaft IGBCE. Betriebsratsvorsitzender Matthias Tote und IGBCE-Konzernbetreuer Michael Linnartz äußerten sich bestürzt über die Pläne, die ihrer Meinung nach häufige Restrukturierungen und mangelnde Planbarkeit im Unternehmen offenbaren.
Interessanterweise konnte Continental im vergangenen November, trotz der allgemeinen Branchenschwäche, einen Gewinnanstieg verzeichnen. Besonders die Autozulieferung und Reifensparte trugen zu diesem positiven Ergebnis bei, während Contitech rückläufige Zahlen aufgrund nachlassender Industrienachfrage verzeichnete.
Continental beschäftigt bei Contitech weltweit ungefähr 39.000 Personen, davon 11.000 in Deutschland. Die Sparte ist auf Produkte und Systeme aus Kautschuk, Kunststoff, Metall und Gewebe spezialisiert.

