Resident Evil Requiem: Datamine deutet auf gestrichene Auftritte von Jill Valentine und Ada Wong hin
Resident Evil Requiem steckt voller Geheimnisse – und offenbar nicht nur jener, die Capcom bewusst ins Spiel eingebaut hat. Dataminer haben sich durch den Code des frisch erschienenen Titels gewühlt und dabei Spuren entdeckt, die auf Figuren hindeuten, die eigentlich hätten auftauchen sollen, es aber nie in die finale Version geschafft haben. Was in den Eingeweiden des Spiels schlummert, gibt der Community reichlich Gesprächsstoff.
Jill_Support: Eine Figur, die nicht sein durfte
Der konkreteste Fund ist eine Charakterdatei mit der Bezeichnung „Jill_Support“. Laut Dataminern enthält das Spiel sogenannte Spawn-Punkte für eine dritte Figur, die zeitweise an der Seite von Leon S. Kennedy oder Grace Ashcroft hätte agieren sollen. Diese Einsatzpunkte sind noch im Code vorhanden, jedoch programmatisch deaktiviert – was darauf hindeutet, dass Jill Valentine ursprünglich für mindestens eine Zwischensequenz vorgesehen war, möglicherweise sogar für den Kampf gegen den vorletzten Boss. Übrig geblieben ist lediglich ein leerer Standpunkt im Code, der auf eine Szene verweist, die nie realisiert wurde. Brancheninsider DuskGolem, der auf die nun gelöschten Beiträge eines Dataminer-Fundes aufmerksam machte, beschreibt den Befund als eindeutigen Beleg dafür, dass Jill aktiv aus dem Spiel herausgeprogrammiert wurde – ein Schritt, der allem Anschein nach sehr spät in der Entwicklung erfolgte.
Ada Wong, gestrichene Missionen und ein offenes Konzept
Jill Valentine ist dabei nicht die einzige bekannte Figur, deren Überreste im Spielcode auftauchen. Auch Ada Wong soll referenziert sein, ebenso wie Gameplay-Abschnitte rund um ein Fahrzeug und eine Reihe von Missionen, die sehr spät aus der Levelstruktur entfernt wurden. Das rundet ein Bild ab, das schon frühere Gerüchte aus dem Jahr 2024 angedeutet hatten: Demnach sollte Resident Evil Requiem ursprünglich eine Art Wiedersehen mehrerer Seriengrößen werden – darunter Leon und Jill als zentrales Duo, aber auch Chris Redfield, Barry Burton sowie Anspielungen auf Rose Winters aus Resident Evil Village: Shadows of Rose. Noch weiter gingen damalige Spekulationen, die von einem vollständig offenen Spielkonzept für Requiem sprachen. Davon ist in der fertigen Fassung wenig übrig – das Spiel konzentriert sich über weite Strecken auf den klassischen Survival-Horror-Ansatz der Reihe, was vielen Fans und Kritikern sichtlich gut bekommen ist.
Fünf Millionen Verkäufe und Blick in die Zukunft
Trotz des gestrichenen Inhalts – oder vielleicht gerade deswegen – hat Resident Evil Requiem einen der stärksten Starts in der Geschichte der Reihe hingelegt. Capcom vermeldete offiziell mehr als fünf Millionen verkaufte Einheiten innerhalb der ersten Woche und überbot damit den bisherigen Rekord von Resident Evil 6 mit 4,5 Millionen Einheiten zum Launch deutlich. Auf Steam trägt das Spiel das Prädikat „Überwältigend positiv“, und auch der Metacritic-Schnitt von 89 spricht eine klare Sprache.
Auf Basis dieser Verkaufsdaten, kombiniert mit den Ergebnissen von Resident Evil 4 Remake und dem erwarteten Code: Veronica-Remake, soll Capcom intern über die zukünftige Ausrichtung der Reihe beraten. Da das Code: Veronica-Remake voraussichtlich Anfang 2027 erscheint, dürfte dieses interne Strategiegespräch in der zweiten Jahreshälfte des nächsten Jahres stattfinden – eine Weichenstellung, die für die Zukunft von Resident Evil richtungsweisend werden könnte.

