Rentenreform: Ein teures Versprechen mit gemischten Reaktionen
Deutschlands Arbeitgeber äußern scharfe Kritik an der geplanten Rentenreform von Bundessozialministerin Bärbel Bas. Die Rentenausgaben könnten aufgrund dieser Reform weiter steigen und die Finanzierbarkeit der Rentenversicherung erheblich erschweren, warnt Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Zur Absicherung des Rentenniveaus auf 48 Prozent plant die Bundesregierung umfassende Änderungen, die Dulger zufolge in den nächsten 15 Jahren deutlich kostenintensiver werden könnten als ursprünglich im Koalitionsvertrag vorgesehen.
Der von der SPD initiierte Plan, der noch in der Regierung abgestimmt werden muss, wird voraussichtlich ab 2029 rund 4,1 Milliarden Euro kosten, wobei die Kosten bis 2031 auf 11,2 Milliarden Euro steigen könnten. Dabei sollen die Rentenbeiträge nicht erhöht werden. Insbesondere der Übergang der Babyboomer in den Ruhestand erzeugt einen erhöhten Finanzbedarf. Dulger mahnt jedoch, nach 2031 schrittweise zum aktuell geltenden Rentenniveau zurückzukehren, um langfristige finanzielle Belastungen zu vermeiden.
Auch die Politik diskutiert lebhaft. FDP-Chef Christian Dürr kritisiert das Rentenpaket als eine kostspielige Last für die jüngeren Generationen. Sahra Wagenknecht von der BSW warnt, dass ein Rentenniveau von 48 Prozent in die Altersarmut führe, während Ines Schwerdtner von den Linken ergänzt, dass besonders langjährig hart arbeitende Menschen betroffen seien. Eine Unterstützung gibt es lediglich für die erweiterte Mütterrente, die jedoch erst ab 2028 greift und aufgrund hoher Kosten umstritten ist.
Fast die Hälfte der Deutschen verlässt sich bei der Altersvorsorge auf die staatliche Rente, zeigt eine Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken. In dieser Gemengelage gewinnt auch die 'Aktienrente' nach dem Konzept der ehemaligen Ampel-Regierung an Zuspruch, um die Rentenfinanzierung zu entlasten. Die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer könnte ebenfalls durch die Aufhebung des Verbots, im Rentenalter befristet tätig zu werden, gefördert werden – ein Schritt, den Dulger als 'überfällig' bewertet.

