ARTE zeigt Natur im Ausnahmezustand

«In der Klemme? Hitzestress in den Calanques von Marseille» beleuchtet die Folgen extremer Hitze für ein sensibles Ökosystem.
Mit der Dokumentation In der Klemme? Hitzestress in den Calanques von Marseille setzt ARTE am Dienstag, 16. Juni 2026, um 18.35 Uhr einen eindringlichen Fokus auf die Auswirkungen des Klimawandels im Mittelmeerraum. Der 44-minütige Film von Sacha Bollet, bereits ab dem 9. Juni online verfügbar, führt in eine der spektakulärsten Landschaften Südfrankreichs – und zeigt ein Ökosystem am Limit.
Die Calanques zwischen Marseille und Cassis gelten als einzigartige Naturregion: karge Felslandschaften, widerstandsfähige Pflanzen und spezialisierte Tierarten prägen das Bild. Über Jahrtausende hinweg haben sich diese Organismen an extreme Bedingungen angepasst – Trockenheit, Wind und nährstoffarme Böden. Doch genau dieses fragile Gleichgewicht gerät zunehmend ins Wanken.
Eine anhaltende Hitzewelle verändert die Spielregeln. Der sonst kühlende Mistral bleibt aus, Temperaturen steigen rapide – und innerhalb weniger Wochen geraten eingespielte biologische Prozesse durcheinander. Pflanzen blühen zu früh oder zu spät, Insekten finden keine Nahrung mehr, Amphibien verlieren ihre Lebensgrundlage. Gleichzeitig breiten sich Arten aus, die mit Hitze besser zurechtkommen – ein schleichender Austausch der ursprünglichen Biodiversität.
Besonders dramatisch sind die Entwicklungen im Meer. Ohne Wind fehlt die Durchmischung der Wasserschichten, Nährstoffe gelangen nicht mehr an die Oberfläche – das Plankton, Grundlage vieler Nahrungsketten, geht zurück. Die Konsequenzen sind weitreichend: Korallen sterben massenhaft, Fische und Seevögel verlieren ihre Nahrungsquellen, ganze ökologische Kreisläufe geraten ins Stocken.
Auch an Land verschärft sich der Konkurrenzkampf. In der Garrigue, der typischen Buschlandschaft Südfrankreichs, wird Wasser zur entscheidenden Ressource. Einige Pflanzen reagieren mit radikalen Anpassungen – sie werfen Blätter ab oder verändern ihren Wachstumszyklus. Andere profitieren sogar von Hitze und Feuer. Invasive Arten gewinnen zunehmend die Oberhand und verdrängen einheimische Spezies.

