Resident Evil Requiem: Neuer Leon-Modus spaltet Community
Capcom hat Resident Evil Requiem kürzlich mit einem kostenlosen Zusatzmodus erweitert. „Leon Must Die Forever“ stellt Leon S. Kennedy in den Mittelpunkt und wird nach Abschluss der Hauptgeschichte freigeschaltet. Auf dem Papier klingt das nach einem starken Fan-Service: Einer der beliebtesten Resident-Evil-Charaktere überhaupt bekommt einen eigenen Bonusmodus, ohne dass Spieler zusätzlich bezahlen müssen.
Doch die Reaktion fällt gemischter aus, als der Entwickler vielleicht erwartet hat. Viele Fans freuen sich zwar über neue Inhalte, andere zeigen sich enttäuscht. Der Grund: Statt eines klassischen „Mercenaries-Modus“ bekommen Spieler ein Roguelike-artiges Minispiel mit zufälligen Elementen, wechselnden Abläufen und speziellen Verbesserungen.
Warum einige Fans enttäuscht sind
Die Kritik (via Reddit) richtet sich weniger gegen Leon selbst. Im Gegenteil: Viele Spieler wollten mehr Zeit mit ihm verbringen. Das Problem liegt eher in der Art des Modus. Mercenaries gehört seit Jahren zu den beliebtesten Bonusinhalten der Reihe. Der Modus steht für schnelle Action, Highscores, klare Arenen und direkte Wiederholbarkeit.
Genau das hatten viele Fans nach der Ankündigung zusätzlicher Inhalte offenbar erwartet. Stattdessen liefert Capcom mit „Leon Must Die Forever“ einen anderen Ansatz. Der Modus erinnert stärker an „Ethan Must Die“ aus Resident Evil 7. Spieler kämpfen sich durch gefährliche Abschnitte, sammeln Ausrüstung, nutzen zufällige Boni und versuchen, möglichst weit zu kommen. Für manche ist das eine spannende Abwechslung. Für andere fühlt es sich wie eine verpasste Chance an.
„Leon Must Die Forever“ ist kein kleiner Bonus
Ganz fair wäre es aber nicht, den Modus einfach abzuschreiben. Er bietet mehr Tiefe als ein simpler Zusatz. Spieler treffen auf bekannte Orte, veränderte Abläufe, neue Herausforderungen und ein System, das mehrere Versuche belohnt. Dadurch entsteht ein stärkerer Wiederspielwert als bei einem rein linearen Bonusabschnitt.
Besonders Spieler, die Resident Evil Requiem bereits abgeschlossen haben, bekommen damit einen Grund zurückzukehren. Der Modus ist schneller, härter und actionreicher als große Teile der Hauptkampagne. Genau diese Mischung könnte Fans gefallen, die nach dem Abspann noch eine neue Herausforderung suchen.
Trotzdem bleibt der Vergleich mit Mercenaries unausweichlich. Resident Evil-Fans wissen sehr genau, was sie von einem Bonusmodus erwarten. Wenn Capcom einen bekannten Charakter wie Leon zurückbringt, steigen die Erwartungen automatisch ins Absurde.
Capcom trifft nicht jeden Geschmack
Die Diskussion zeigt ein größeres Problem: Resident Evil hat heute mehrere Fanlager. Manche Spieler wollen langsamen Survival-Horror. Andere lieben die actionreichen Teile mit Leon, Chris oder Ada. Wieder andere wollen vor allem Bonusmodi, Herausforderungen und Highscore-Jagd.
Capcom versucht mit Requiem offenbar, mehrere Gruppen gleichzeitig zu bedienen. Die Hauptstory setzt auf Horror und Atmosphäre. „Leon Must Die Forever“ liefert danach mehr Tempo und Risiko. Das ist grundsätzlich clever, aber nicht jeder Fan wollte genau diese Art Zusatzinhalt.
Vor allem langjährige Spieler vermissen den klassischen Mercenaries-Modus. Ein Modus mit mehreren Figuren, klaren Arenen, freischaltbaren Charakteren und Ranglisten hätte wahrscheinlich sofort Begeisterung ausgelöst. Bei einem Roguelike-Modus ist die Reaktion automatisch gespaltener.
Kann man die Fan-Kritik so stehen lassen?
Ja (und nein). Roguelike ist aktuell sehr gefragt, vor allem wenn Capcom versuchen möchte neue Spieler zu begeistern. Eingefleischte Resident Evil-Fans hätten sich einen Mercenaries-Modus gewünscht. Verständlich, gehört bekanntlich auch zur DNA von vielen Resident Evil-Titeln. Gleichzeitig sollte man Capcom zugutehalten, dass „Leon Must Die Forever“ kostenlos ist und nicht einfach nur alte Inhalte recycelt. Der Modus versucht etwas Eigenes und gibt Leon eine neue Bühne.
Am Ende hängt die eigene Bewertung stark davon ab, was man erwartet. Jemand der auf Mercenaries gehofft hat, wird vermutlich enttäuscht sein. Wer offen für ein schwieriges Roguelike-Experiment ist, könnte mit dem neuen Modus viel Spaß haben.


