Rentenreform: Ein Drahtseilakt im Vertrauenstest
Die Mehrheit der Deutschen fordert eine umfassende Reform des Rentensystems. Dies ergab eine Umfrage des Instituts Civey, der zufolge 82 Prozent der Befragten eine grundlegende Neuausrichtung der gesetzlichen Rente für notwendig halten. Das Vertrauen in die Fähigkeit der aktuellen schwarz-roten Koalition, eine solche Reform umzusetzen, ist jedoch eher begrenzt.
Lediglich 20 Prozent trauen der Regierung dies zu, während 69 Prozent skeptisch bleiben. Ob der Renteneintritt an das Lebensalter oder die Anzahl der Beitragsjahre gekoppelt sein soll, wird gleichermaßen diskutiert.
60 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, den Renteneintritt flexibel an die Beitragsjahre zu binden. Auch die Einbindung von Beamten, Selbstständigen und Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung findet große Zustimmung, mit 81 Prozent befürworten diese Ausweitung der Beitragspflicht.
Bemerkenswerte Vorschläge zur Rentenreform wurden von Wirtschaftsprofessor Jens Südekum und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) eingebracht. Während Südekum die Kopplung des Renteneintritts an Beitragsjahre befürwortet, schlägt Bas vor, dass Beamte, Abgeordnete und Selbstständige zur Kasse gebeten werden, um die Rentenkassen zu stärken. Im Nachgang zur positiven Entscheidung des Bundesrats für das Rentenpaket der aktuellen Regierung wurde zudem eine Rentenkommission ins Leben gerufen, um weitere zukunftssichere Strategien zu erarbeiten. Ziel ist es, die Altersvorsorge nachhaltig zu gestalten und die Belastungen für Beitrags- und Steuerzahler gleichermaßen abzufedern, insbesondere im Lichte des zunehmenden Renteneintritts der Babyboomer.

