Reformvorschläge: Nina Warken zielt auf effizientere Patientensteuerung im Gesundheitswesen
Die deutschen Krankenkassenpatienten stehen vor einem altbekannten Problem: lange Wartezeiten bei Fachärzten wie Orthopäden oder Kardiologen. Überraschend ist nun aber die Analyse, dass diese Verzögerungen nicht primär der Bevorzugung von Privatpatienten zuzuschreiben sind. Vielmehr zeigt sich, dass eine Überlastung der Arztpraxen durch unnötige Patientenbesuche besteht.
Eine Ursache dieser Entwicklung ist die zunehmende Selbstdiagnose der Bürgerinnen und Bürger durch Internetrecherchen. Der selbsternannte 'Laien-Facharzt' im eigenen Zuhause hat nicht nur zu einem drastischen Anstieg an Arztbesuchen geführt, sondern auch die Effizienz des medizinischen Systems untergraben, ohne dabei einen messbaren positiven Effekt auf die Gesundheit der deutschen Bevölkerung zu erzielen.
In diesem Kontext könnte eine zentrale Steuerung über den Hausarzt, wie sie von Nina Warken angedacht ist, eine Lösung bieten. Ein solches Primärarztmodell verspricht, den sogenannten „Medizintourismus“ einzudämmen und sowohl Wartezeiten als auch die Belastung der Praxen zu reduzieren.

