Rational trotzt widrigen Bedingungen und bleibt optimistisch für 2025
Der Sturm auf den Märkten hat Rational nicht aus der Bahn geworfen. Trotz der Belastungen durch US-Zölle und den starken Euro bleibt der deutsche Großküchen-Ausrüster zuversichtlich hinsichtlich seiner Umsatzprognose für 2025. Marktteilnehmer begrüßten diese Entschlossenheit und ließen die Aktie im Tagesverlauf um rund zwei Prozent auf 687 Euro steigen, wodurch das bisherige Jahresminus auf 17 Prozent schrumpfte.
Mit einem realistischen Blick auf die Gewinnentwicklung passt sich das Unternehmen den Herausforderungen an. Der Chef von Rational, Peter Stadelmann, erläuterte bei der Vorstellung der Quartalszahlen, dass man im Jahr 2025 eine EBIT-Marge im unteren Bereich der angepeilten 26 Prozent erwartet. Dabei erschweren die äußeren Rahmenbedingungen eine präzise Vorhersage. Nichtsdestotrotz rechnet Stadelmann nicht mit erheblichen negativen Auswirkungen aus der Zollentwicklung auf die Wettbewerbssituation des Unternehmens.
Die Großküchenindustrie könnte mittelfristig von den umfangreichen Infrastrukturprogrammen weltweit profitieren. Entsprechend hält Rational an der Wachstumsprognose für 2025 fest, die eine Umsatzsteigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich vorsieht. Im ersten Halbjahr verzeichnete das im MDax notierte Unternehmen bereits einen Erlösanstieg um vier Prozent auf über 606 Millionen Euro.
Trotz eines Margenrückgangs von 25,3 Prozent, übertrafen die operativen Ergebnisse die Erwartungen der Analysten. Dennoch bleibt der Ausblick geteilt: Analysten wie Peter Rothenaicher von der Baader Bank sowie Sebastian Kuenne von RBC zeigen sich zurückhaltend. Von den von Bloomberg befragten Analysten vergeben zehn von 19 eine "Hold"-Bewertung, während sich der Rest zwischen Kaufempfehlungen und Verkauf rät.
Trotz eines Kurssturzes von fast einem Drittel seit dem Rekordhoch im August 2021 hat sich die Aktie über die Jahre hinweg bemerkenswert entwickelt. Ihre mehr als neunzehnfache Steigerung in den letzten 25 Jahren macht sie zu einem der erfolgreichsten deutschen Standardwerte. Besonders profitiert die Familie des Gründers Siegfried Meister, die knapp die Hälfte des acht Milliarden Euro schweren Unternehmens hält.

